Musikkorps und „Blow“ verzücken mehr als 430 Besucher mit Melodien und Songs aus Filmen

„Wildeshauser Last Night of the Proms“

Die mächtige Scheinwerferbrücke sorgte am Samstagabend bereits vor Konzertbeginn für richtige Festivalstimmung.
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Die mächtige Scheinwerferbrücke sorgte am Samstagabend bereits vor Konzertbeginn für richtige Festivalstimmung.

Wildeshausen – Die Kulisse auf der Wildeshauser Burgwiese verbreitete am Samstagabend durch die mächtige Scheinwerferbrücke bereits vor Konzertbeginn Festivalstimmung. Alles war perfekt für den Filmmusik-Abend vorbereitet. Die 56 Mitstreiter des Blasorchesters Wildeshausen („Blow“) und des Musikkorps Wittekind saßen auf Abstand vor der Konzertmuschel und warteten auf ihren Einsatz. Im Zuschauerbereich herrschte ebenfalls erwartungsfrohe Spannung. Zu den 430 angemeldeten Besuchern gesellten sich etliche Gäste, die an den zwei Eingängen einen der restlichen Plätze begehrten. Birte Hogeback hatte mit ihrem Team vom Stadtmarketing die Bestuhlung streng nach den Pandemiebestimmungen ausgerichtet.

Die Abschlussveranstaltung der Sommerkonzertreihe hätte also beginnen können. Doch pünktlich um 19 Uhr schien das einzutreten, was alle befürchtet hatten. Die ersten Regentropfen fielen. Einige Musiker suchten Schutz unter den Bäumen, andere spannten ihre Regenschirme auf. Allein die Optimisten blieben sitzen und hofften darauf, dass es nur wenige Tropfen werden würden. Und sie behielten Recht. Die Wolken verzogen sich schnell.

Holger Becker trat ans Dirigentenpult. Die ersten Takte des Colonel Bogey Marsches ließen die Zuhörer aufhorchen. Becker hatte trotz schwieriger Umstände in der Vorbereitung einen Klangkörper geformt, der in der Qualität für Amateure höchst ungewöhnlich ist. Neben der Präzision überraschte vor allem die Klangfülle. Dafür sorgten neben der Größe des Orchesters vor allem die in Amateurorchestern selten besetzten Instrumente wie Bassklarinette, Bassposaune und Euphonium.

„Das ist wohl die größte Veranstaltung zum 750. Bestehen der Stadt Wildeshausen“, begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Däubler sowohl die Akteure als auch das Publikum. Mit einer Anspielung auf die am selben Abend in der Londoner Royal Albert Hall stattfindenden Traditionsveranstaltung benannte Däubler das Konzert auf der Burgwiese „Wildeshauser Last Night oft the Proms“. Die Frage sei nur, wer es erfunden habe. Doch die Proms bleiben very british. Allerdings könnte die Wildeshauser Variante zu einer hiesigen Traditionsveranstaltung werden. Mit einem Appell an die Politik schloss Däubler seine Rede. Damit Wildeshausen auch kultureller Mittelpunkt des Landkreises bleibe, forderte er dazu auf, die Kultur stärker zu fördern. Orchester, Bands und Gruppen bräuchten ein Zuhause. Däubler nannte als Beispiel die Möglichkeiten, die Wildeshausens französische Partnerstadt Evron ihren Musizierenden bietet.

Nach den Grußworten folgte der erste „Kracher“ des Abends. Mit der Filmmusik aus der US-amerikanischen Fernsehserie „JAG“ konnte sich die Batterie an Perkussionsinstrumenten in Szene setzen. Die Schlagzeuger krönten ihre Leistung im zweiten Konzertteil mit dem Soundtrack aus dem Kinofilm „Fluch der Karibik“.

Auch die Bläser überzeugten mit Transparenz und Dynamik. Bei derart mächtigen Posaunen- und Hornbesetzungen, gepaart mit dem strahlenden Klang der Trompeten, hätte einem angst und bange um das Holz werden können. Doch die Klarinetten, Flöten und Saxofone glänzten wiederum in filigraneren Passagen der Musik zum Film „Rabbi Jacob“. Jazzig wurde es mit den „Blues Brothers“ und dem Song „Minnie the moocher“.

Ohne Zugaben entließ das begeisterte Publikum die Musiker nicht in die Nacht. Das „Wildeshauser Lied“, „Heil dir o Oldenburg“ sowie das „Niedersachsenlied“, zusammengefasst in der „Gilde-Revue“, bildeten den Abschluss eines spektakulären Musikabends.

„Wir sind mit dem Konzert sehr zufrieden, der Regenschauer hat uns zwar ein bisschen Angst gemacht, aber zum Glück ist es dann trocken geblieben. Es hat Spaß gemacht, mit ,Alt" und ,Jung" das Konzert vorzubereiten. Ein tolles Publikum hat uns mit viel Applaus belohnt“, resümierte und schwärmte Conny Wolter, Geschäftsführerin des Musikkorps.

Von Holger Rinne

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