SPD-Antrag im Ausschuss erfolgreich

Wildeshauser Innenstadt könnte sonntags schon bald autofrei sein

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Gesperrt: Während des Wochenmarktes am Donnerstag ist die Westerstraße für Kraftfahrzeuge dicht.

Wildeshausens Innenstadt könnte sonntags schon bald für den Autoverkehr gesperrt werden. Ein Antrag der SPD auf eine entsprechende Testphase muss nun nur noch den Stadtrat passieren.

Wildeshausen - Der Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie der Stadt Wildeshausen hat sich am Mittwochabend mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, die Wildeshauser Innenstadt im Rahmen einer Testphase jeden Sonntag von 10 bis 20 Uhr für Kraftfahrzeuge zu sperren.

Diese Empfehlung wurde von den antragstellenden Sozialdemokraten sowie den Grünen unterstützt. Eine endgültige Entscheidung fällt allerdings erst in der Stadtratssitzung am Donnerstag, 28. Februar. Dort ist eine ebenso kontroverse Diskussion zu erwarten wie im Ausschuss.

Start um 10 Uhr soll Bäckereien schützen

Hintergrund des SPD-Antrags ist der Wunsch, die Stadt am Sonntag für Passanten freizuhalten. „Der Sonntag ist der ideale Tag, um unsere Innenstadt autofrei und kreativ darzustellen. Um Bäckereien zu schützen, wollen wir die Innenstadt erst ab 10 Uhr einer anderen Nutzung zuführen“, schreibt SPD-Ratsherr Matthias Kluck. Die Stadt solle dann Treffpunkt werden und Künstlern sowie Kulturschaffenden, Vereinen und Musikern zur Verfügung stehen, die den Bereich kostenfrei nutzen könnten.

Schon im Vorfeld sei der Vorschlag nicht überall „glücklich aufgenommen worden“, gab Vera Debicki (SPD) zu. „„Ich glaube aber nicht, dass der Zulauf geringer wird, wenn nicht mehr direkt vor der Tür geparkt werden kann.“. Deshalb wollen wir den Antrag aufrecht erhalten.“

Maßnahme bereits 1996 einmal gescheitert

An einem Erfolg der Maßnahme äußerten einige Ratsmitglieder allerdings Zweifel. „Wir haben das 1996 schon mal eingeführt“, erinnerte Heiner Spille (UWG). „Damals gab es ein großes Interesse an einer Fußgängerzone. Der Bereich wurde von Freitag bis Sonntag jeweils von 10 bis 22 Uhr gesperrt. Nach sechs Wochen wurde das eigentlich für sechs Monate geplante Projekt eingestellt, weil die Stadt trotz traumhaften Wetters an manchen Sommertagen tot war.“ Er hielt die Praxis, die Innenstadt für spezielle Events zu sperren, für „absolut in Ordnung“. Eine Fußgängerzone sei aber nicht zielführend, so Spille.

Auch Günter Lübke (CDU) konnte sich mit dem SPD-Vorschlag nicht anfreunden. „Das Ziel, die Innenstadt zu beleben, ist ausdrücklich zu begrüßen“, erklärte er. „Aber den vorgeschlagenen Weg halten wir nicht für Erfolg versprechend.“ Lübke verwies darauf, dass der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Wildeshausen sich gegen den SPD-Antrag ausgesprochen hatte. „Es müssen sicherlich Gespräche her, aber wir können das im Rahmen des neuen Radverkehrskonzeptes im Blick behalten.“

„Die Zeiten ändern sich“

So lautete auch die Empfehlung der Stadtverwaltung, die aber bei Klaus Schultze (Grüne) ebenso wie der Widerstand des HGV nicht so gut ankam. „Die Zeiten ändern sich“, so Schultze zur missglückten Initiative von 1996. „Die Leier des HGV kennen wir auch.“ Sein Eindruck sei, dass sich viele Leute in den Cafés an dem „Verkehrsterror“ durch die Kraftfahrzeuge stören.

Während Frank Stöver und Stefan Brors (beide CDW) sowie Arne Peters (FDP) dafür waren, nach neuen Lösungen zu suchen, regte Spille an, sich gar nicht mehr mit Sperrungen der Innenstadt zu befassen - auch nicht im Rahmen von neuen Verkehrskonzepten. Sein Antrag wurde abgelehnt, der Antrag der SPD fand dann eine Mehrheit. Ob sie dauerhaft Bestand haben wird, bleibt abzuwarten, denn die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat sind anders als im Fachausschuss.

dr

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