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Wildeshauser Hauptschüler: Mit erhobenem Kopf in die Bewerbung

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Von: Dierk Rohdenburg

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Prüfung der Unterlagen: Hermann Petermann (Gebrüder Sauer, l.) im Gespräch mit den Schülern.
Prüfung der Unterlagen: Hermann Petermann (Gebrüder Sauer, l.) im Gespräch mit den Schülern. © Hauptschule

Wildeshausen – Als einen „tollen Erfolg“ wertet der Leiter der Wildeshauser Hauptschule, Andreas Everinghoff, die vor wenigen Wochen erstmals organisierten Berufsorientierungstage für vier neunte Klassen in der Katholischen Akademie Stapelfeld.

Für die Schüler sei das in jedem Fall eine wichtige Erfahrung gewesen, und auch viele potenzielle Ausbildungsbetriebe hätten einen ganz anderen Eindruck von den jungen Menschen gewonnen, ist sich Everinghoff sicher.

Die Veranstaltung mit Übernachtung war nur möglich, weil die Rena-Schilling-Stiftung in Wildeshausen den Löwenanteil der Kosten übernommen hatte. Die Rotarier aus Wildeshausen hatten kurz entschlossen die noch offene Summe überwiesen, sodass die Schüler nur einen kleinen Beitrag leisten mussten. Als regionale Unternehmen waren WEDA, GoGondzo, Gebrüder Sauer, Big Dutchman, Hermes Systeme, Hydrotec, Pöppelmann und die Stadt Wildeshausen dabei.

Simulierte Vorstellungsgespräche

Neben teambildenden Maßnahmen konnten sich die rund 60 Schüler intensiv mit ihren Bewerbungsunterlagen auseinandersetzen und sich in simulierten Vorstellungsgesprächen bewähren. „Alle haben sich sehr gut vorbereitet und sogar ordentliche Kleidung mitgenommen“, freuten sich Everinghoff sowie die Schulsozialarbeiterin Claudia Kluczkowski. Zunächst habe jeder Schüler ein Plakat entworfen, um sich zu präsentieren und den Ausbildungswunsch zu formulieren. „Das war sehr beeindruckend“, so Everinghoff. „Die Schüler haben das sehr ernst genommen.“ In diesem Rahmen sei es zu intensiven Gesprächen mit den Betrieben gekommen, und für manch einen Vertreter der Firmen sei sichtbar geworden, dass ein Hauptschüler – auch jenseits der Schulnoten – Spezialinteressen verfolgt, die für die Berufswahl sehr wichtig sein können. So sei es beispielsweise zu einem eingehenden Gespräch eines Schülers mit der Firma WEDA über Informatik gekommen, bei dem einige Fachkenntnisse ausgetauscht wurden. Der junge Mann, so Everinghoff, habe sich daraufhin gleich für ein Praktikum beworben.

„Unsere Schüler konnten mit ihrer Persönlichkeit punkten“, erläuterte der Schulleiter. Das sei ihnen manchmal gar nicht möglich, wenn schon das Bewerbungsschreiben nur flüchtig vom potenziellen Ausbildungsbetrieb gelesen werde. Wichtig, so fand es Kluczkowski, sei es auch gewesen, dass die Schüler nach den Übungs-Bewerbungsgesprächen viel selbstbewusster geworden seien. „Die hatten richtig den Kopf oben und haben nun keine Angst mehr vor richtigen Gesprächen“, berichtete sie. Auch Michaela Jackowski von der Rena-Schilling-Stiftung sowie Matthias Ruhle von der Wildeshauser Stadtverwaltung haben diesen Eindruck mitgenommen und setzen sich dafür ein, dass die Berufsorientierung auch in den nächsten Jahren für die Neuntklässler angeboten wird.

Teambildende Maßnahmen im Wald: Die Schüler sollten gemeinsam einen Niedrigseilgarten bauen.
Teambildende Maßnahmen im Wald: Die Schüler sollten gemeinsam einen Niedrigseilgarten bauen. © Hauptschule

„Für uns ist das der Baustein, der uns noch gefehlt hat“, ist sich Everinghoff sicher. Es sei möglich gewesen, die Schüler auf diesem Weg besser kennenzulernen, und die Klassen hätten durch teambildende Spiele – wie den Bau einer Murmelbahn und eines Niedrigseilgartens – ihre Gemeinschaft deutlich verbessern können.

Am 8. November startet in der Hauptschule der Betriebsinformationstag. Hier stellen sich rund 20 Firmen vor. Everinghoff geht davon aus, dass die Schüler – gestärkt durch die Schulung in Stapelfeld – viel selbstbewusster auftreten werden.

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