Bereits 13 Katzen und drei Hunde im Tierheim abgegeben

Wildeshauser Fundtiere finden in Bergedorf eine Unterkunft

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Tierärztin Katrin Evers untersucht eine junge Katze, die in Wildeshausen aufgegriffen wurde.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit sechs Wochen übernimmt das Tierheim Bergedorf in der Gemeinde Ganderkesee die Fundtiere aus der Stadt Wildeshausen auf. Der Vertrag läuft über vier Jahre. Bislang kamen 13 Katzen und drei Hunde aus der Kreisstadt. Viele von ihnen können schnell weitervermittelt werden.

Das gilt wohl auch für ein rund zwölf Wochen altes Kätzchen, das Erika Walsemann vom Tierschutzverein Oldenburg am Donnerstag zu Tierheimleiter Mark Ungnade brachte. Das Tier lief im Bereich Stettiner Straße herum und erhielt den Namen Mila. Es wurde gleich von Tierärztin Katrin Evers von der Praxis Bustamante untersucht. Wöchentlich kommen die Ärzte in die Einrichtung, am Donnerstag wurden 29 Tiere vorgeführt. „Wann Mila vermittelt werden kann, müssen wir abwarten“, so Tierpflegerin Nadine Sprathoff. „Es könnte ja sein, dass sich der Besitzer noch meldet.“

Ungnade betreibt das Tierheim professionell und lebt davon. Er hat mittlerweile Fundtierverträge mit zwölf Kommunen und nimmt auch „illegale“ Hunde (unter anderem Kampfhunde) aus Bremen auf. Insbesondere von ehrenamtlichen Tierschützern wird und wurde ihm vorgeworfen, zu viele Tiere in zu kleinen Räumen zu halten, keine Quarantäne zu haben und nur Fundhunde aufzunehmen, wenn er unbedingt muss.

„Das trifft mich hart“, entgegnet Ungnade und weist die Anschuldigungen vehement zurück. Er betreibe seit 2011 das Tierheim und beschäftige zwei Tierpfleger, zwei Auszubildende, einen Tierpflegehelfer sowie Praktikanten und Ehrenamtliche. Eine Person hole zudem die Fundtiere ab. Schon lange habe er eine 24-Stunden-Bereitschaft und nehme nicht nur Fundhunde aus den Gemeinden auf. „Wir kommen rund um die Uhr, wenn wir angerufen werden“, sagt Ungnade. Auch Streuner würden aufgenommen, obwohl sie nicht unter die Fundtierverträge fallen. „Gerne stellen wir den Bürgern auch Fallen zur Verfügung, um die Tiere zu fangen. Sie werden auf unsere Kosten kastriert und freigelassen, falls sie scheu sind. Rund 20 bis 30 Prozent unserer Katzen, die wir derzeit hier haben, sind eingefangene Streuner.“

Mark Ungnade mit einem Kater im neugebauten Trakt.

Aktuell leben im Tierheim 65 Katzen, 20 Hunde, diverse Kleintiere und zwei Schlangen. „Es läuft sehr gut. Es kommen viele Interessenten aus der Region. Auch aus Bremen und Verden und zunehmen auch aus Dötlingen und Wildeshausen“, so Ungnade, der auch der Kritik begegnet, dass sein Heim keine Quarantäne besitzt. „Die müssen wir haben und haben wir schon lange“, sagt er. „Wenn wir das Büro in einem neuen Gebäude fertiggestellt haben, kommt eine neue Quarantäne in den umgebauten Büroraum. Die ehemalige Quarantäne wird dann zum Arztzimmer umfunktioniert.“

Vor wenigen Wochen wurde ein Gebäude mit drei Katzenzimmern fertiggestellt. Die Volieren sollen demnächst angebaut werden. Dazu gibt es ein neues Zimmer für Kleintiere. Bis Ende des Jahres sollen das neue Büro und ein weiteres Haus entstehen, in dem Tiere untergebracht werden können. „Wir kommen derzeit gut klar, aber wenn es mehr Tiere werden, benötigen wir auch mehr Platz“, so Ungnade. „Damit sind wir aber dann noch nicht fertig.“ Der Betreiber plant, das Bestandsgebäude so umzubauen, dass es einen Eingangsbereich bekommt und erst dahinter die Käfige beginnen. „Wir sind auf einem guten Weg“, findet er und lädt alle ein, sich vor Ort ein Bild zu machen. „Wir haben nichts zu verbergen.“

Dieser Meinung ist auch das Veterinäramt des Landkreises. Die Mitarbeiter stehen alle paar Monate unangekündigt auf dem Hof und schauen sich um. „Die müssen wohl regelmäßig kritische Fragen beantworten und wollen sichergehen, dass hier tatsächlich alles in Ordnung ist“, vermutet Ungnade.

Das Tierheim ist unter Tel. 04222/8058747 zu erreichen und hat eine eigene Homepage.

www.tierheim-bergedorf.de

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