Wildeshauser Fischereiverein hofft auf 3300 Euro Zuschuss

27000 Aale in die Hunte gesetzt

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Insgesamt 27000 Aale wurde jetzt in der oberen Hunte und den Altarmen in die Freiheit entlassen.

Wildeshausen - „Die Zahl der Aale in unseren Gewässern nimmt immer weiter ab. Experten sprechen längst von einer bedrohten Tierart“, berichten die Verantwortlichen des Fischereivereins Wildeshausen. Damit der Aalbestand nicht weiter wegbricht, haben zahlreiche Fischereivereine, darunter auch der Wildeshauser, in den vergangenen Jahren viel Geld für Besatzmaßnahmen in die Hand genommen.

Das honoriert auch die Landesregierung. Seit 2011 bezuschussen das Land und der Europäische Fischereifonds die Bestandserhaltung. Zur Kofinanzierung stellt Niedersachsen in diesem Jahr bis zu 200000 Euro bereit. Die Anträge mussten beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gestellt werden, das regelmäßig auch die Fangzahlen erfasst.

Die Wildeshauser Angler sind seit Anfang an dabei und beteiligten sich jetzt bereits zum fünften Mal an dem Programm. Fast 27000 Aale mit einem Gesamtgewicht von 135,7 Kilogramm hat der Fischereiverein an vielen Stellen in der oberen Hunte und den angeschlossenen Altarmen eingesetzt. „So stützen wir den Bestand weiter. Insgesamt haben wir dieses Mal für 6600 Euro Aale gekauft“, berichtet der Vorsitzende Jens Pfänder. Er hoffe, dass die Hälfte der Summe aus Hannover wieder zurückfließt.

Auch in Wildeshausen ist der Aalbestand in den Jahren arg geschrumpft. Dazu reicht ein Blick in die jährliche Fangstatistik des Fischereivereins: Vor über 30 Jahren fingen die damals 300 Mitglieder rund 4000 Aale. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 647 Stück – dabei ist Verein um mehr als 1000 Mitglieder angewachsen. Allerdings: „Es geht wieder leicht aufwärts mit den Fangzahlen“, stellt auch Ralf Siemer, der Beauftragte für Naturschutz und Umwelt im Verein, fest. Neben dem massiven Aalbesatz trage auch eine andere Maßnahme dazu bei: Die Wildeshauser waren vor einigen Jahren der erste Verein im Landesverband, der beschlossen hat, das Schonmaß für den Aal von 35 auf 45 Zentimeter heraufzusetzen.“

„Der bei uns heimische Aal laicht in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Die winzigen Larven machen sich später mit dem Golfstrom auf den beschwerlichen Heimweg durch den Atlantik. Als fast durchsichtige Glasaale erreichen sie nach knapp drei Jahren die europäischen Küsten und steigen dann in die Binnengewässer auf“, erklärt Siemer. „Massive Überfischung, insbesondere in Südeuropa, Wasserkraftwerksturbinen, Umweltverschmutzung und ein starker Anstieg der Kormoranpopulation werden von Experten als wesentliche Gründe für den dramatischen Rückgang des Aals genannt.“

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