Umfrage zum Jahreswechsel

Vorsätze brauchen keinen 1. Januar

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Ingrid Deckmann (links) und Ulrike Schlüter haben ihre Neujahrsvorsätze zum Teil schon erfüllt.

Wildeshausen – Von Katia Backhaus und Lara Terrasi. „Vorsatz: Längere Mittagspause im neuen Jahr“, ruft eine Frau in der Wildeshauser Fußgängerzone im Vorbeigehen. Es ist nicht so leicht, mit Leuten über ihre Neujahrsvorsätze ins Gespräch zu kommen.

Und daran sind nicht nur knappe Pausenzeiten am ersten Arbeitstag des Jahres schuld: Vielen mangelt es einfach an Vorsätzen. Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, weniger trinken – da hört es typischerweise schon auf. Aber bei weiteren Nachfragen kommen doch noch ein paar frische Ideen für 2019 auf.

Am Bahnhof warten Ulrike Schlüter und Ingrid Deckmann auf den Zug. Die beiden brauchen ein paar Minuten, bis sie auf ihre Neujahrsvorsätze kommen. „Wir rauchen nicht, wir trinken nicht, da brauchen wir keine Vorsätze zu fassen“, sagt Schlüter am Anfang. Aber gesund zu bleiben, sei ihr wichtig, betont die Wildeshauserin dann. Und Zeit für die Familie sowie die Freunde zu haben, ergänzt Deckmann. Sie kommt aus Dortmund und hat in der Kreisstadt ihre Freundin besucht. Damit hat sie zumindest einen Teil ihrer Neujahrsvorsätze gleich in die Tat umgesetzt. Ein Vorhaben, das viele Menschen teilen: In einer bundesweiten Forsa-Umfrage von Ende Dezember haben 60 Prozent der Befragten angegeben, 2019 mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen zu wollen.

Marianne Thomann will mehr Ordnung in ihrem Leben schaffen.

Marianne Thomann hat immer wieder denselben Vorsatz: „Ich will jedes Jahr auf's Neue abnehmen“, sagt die 66-Jährige aus Rechterfeld und lacht dabei. Aber sie hat sich auch noch etwas anderes vorgenommen: Sie will das „Chaotische“ ablegen. Thomann sagt, sie sei ein sehr spontaner Mensch – 2019 will sie etwas geordneter werden.

Ingrid Lutze schreitet sportlich voran ins neue Jahr.

Neujahrsvorsätze? „Ich hab‘ nie welche gehabt“, sagt Ingrid Lutze. Um etwas in ihrem Leben zu ändern, wartet die 67-jährige ehemalige Konrektorin der St.-Peter-Schule nicht auf den 1. Januar. „Ich gehe die Dinge sofort an“, sagt sie. Aber ganz ohne Vorsätze lebt Lutze doch nicht: Als sie vor anderthalb Jahren in Pension ging, hatte sie sich vorgenommen, mehr zu Fuß unterwegs zu sein – und das hat auch geklappt. Den Jakobsweg ist die 67-Jährige gewandert. Sie ist Mitglied im Oldenburger Wanderverein und geht in der Regel zu Fuß, wenn sie etwas zu erledigen hat.

Steffi Glomm und Dieter Wloch haben gar keine Vorsätze für 2019.

Steffi Glomm (50) und Dieter Wloch (62) leben in Wildeshausen und halten nicht viel davon, sich selbst zum Jahresanfang große Versprechen zu geben. „Diese Neujahrsvorsätze werden ohnehin gebrochen“, sagt Wloch. Und Glomm ist auch eher dafür, Veränderungen sofort anzugehen – und nicht auf den Jahresanfang zu verschieben. Das liegt aber nicht daran, dass es sonst nicht klappt mit den guten Vorhaben, meint Wloch: Als er sich einmal ganz bewusst vorgenommen hatte, auf Süßigkeiten zu verzichten, habe das auch gut funktioniert.

Unweit der St.-Peter-Kirche ist Alex (18) unterwegs. Sein einziger Wunsch für das neue Jahr: mehr schlafen. Denn er arbeitet sechs Tage die Woche und hat sich deshalb auch nichts vorgenommen. Er würde es einfach nicht schaffen, sagt er.

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