Wildeshauser CDW kämpft für Union-Mitgliedschaft

„Damit wird die CDU an die Wand gefahren“

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Die CDU in Wildeshausen hat den Parteiausschluss von sechs Mitgliedern beantragt. Fünf von ihnen wehren sich jedoch.

Wildeshausen - Nach der Androhung eines CDU-Parteiausschlussverfahrens gegen die sechs Wildeshauser Mitglieder der CDW-Fraktion dürfte es sowohl auf der Stadt- als auch auf der Kreisverbandsebene der Christdemokraten in den kommenden Wochen einigen Klärungsbedarf geben.

Nach dem CDU-Austritt von Jens-Peter Hennken am Mittwoch (wir berichteten) signalisieren Stephan Rollié, Bernhard Block und Frank Stöver, dass sie für den Verbleib in der CDU kämpfen wollen. Stefan Brors und Gudrun Brockmeyer waren nicht zu erreichen.

„Ich lasse mir die CDU von Wolfgang Sasse nicht madig machen“, fährt Stöver auf Konfrontationskurs zum CDU-Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzenden. „Ich bin seit 1984 in der Partei und sehe keinen Grund, dort nicht weiter Mitglied zu bleiben. Ich bin mit Sicherheit mehr Christdemokrat als Sasse. Ich bin christlich und demokratisch.“ Stöver betont, dass er nicht freiwillig die Fraktion verlassen habe, sondern Sasse es ihm unmöglich gemacht habe, weiter in der CDU-Fraktion mitzuarbeiten. Per E-Mail habe man ihn zwingen wollen, nur noch die Meinung der Fraktionsspitze zu kommunizieren. Es sei zudem völliger Blödsinn, wenn Sasse behaupte, die CDW-Mitglieder hätten sich in erster Linie wegen unterschiedlicher Ansichten zum Schultausch von der CDU-Fraktion gelöst. „Wir von der CDW sind in dieser Frage gar nicht alle einer Meinung“, so Stöver.

Das betont auch Rollié, der – wie seine Kollegen – angibt, ausschließlich wegen Sasses autoritären Führungsstils gegangen zu sein. „Nun wurde also die nächste Eskalationsstufe gezündet“, so Rollié, nachdem offenbar keine Mediation durch den Kreisverbandsvorsitzenden Dirk Vorlauf möglich war. Laut Hennken hatte Sasse alle Vermittlungsversuche abgelehnt.

Rollié hofft auf „kluge Entscheidung“

Rollié setzt aber nach eigenen Angaben große Hoffnung darauf, dass der Kreisvorstand „eine kluge Entscheidung“ trifft. Am Freitag, 14. September, versammelt sich das Gremium. Einziger Tagesordungspunkt ist die Debatte über das Parteiausschlussverfahren.

„Ich hoffe, dass der Antrag des Wildeshauser Stadtverbandes auf Eis gelegt wird“, so Rollié. Dann müsse sich das Parteigericht vorerst nicht damit beschäftigen. Der CDW-Fraktionsvorsitzende kritisiert ebenso wie Bernhard Block, dass es nie eine CDU-Stadtverbandsversammlung zu der Frage gegeben hat, wie mit der Gründung der CDW umgegangen werden soll.

„Das wäre aber sinnvoll gewesen, denn wenn die CDU uns ausschließen will, würde sie nach meiner Einschätzung in Wildeshausen an die Wand gefahren werden“, sagt der Sohn des langjährigen CDU-Bürgermeisters Manfred Rollié.

Die CDW würde dann aller Voraussicht nach bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2021 antreten und könnte damit die CDU deutlich schwächen. Schon jetzt ist die CDW im Stadtrat mit sechs Sitzen vertreten, während die CDU nur noch vier Sitze hat. 

dr

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