„Das war aber nicht das erste Mal“

Miese Masche auf immowelt.de: Unbekannter bietet Autopflegecenter zum Kauf an

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Vater Saharadin mit den Söhnen Zeravan und Salih Tamar (v.l.) vor der großen Autopflegehalle. 

Wie fühlt man sich, wenn der mühsam aufgebaute und erfolgreich laufende Betrieb zweimal innerhalb von wenigen Monaten auf zwei unterschiedlichen Immobilienportalen zum Kauf angeboten wird – ohne, dass man es will?

Wildeshausen – „Gar nicht gut. Ich konnte am Wochenende nicht mehr schlafen“, sagt Zeravan Tamar. Er ist Geschäftsführer des gleichnamigen Autopflegecenters im Familienbesitz am Wildeshauser Westring. Vor wenigen Tagen wurde die eigene Immobilie auf immowelt.de annonciert. Für den Preis von 500. 000 Euro und mit komplett falschen Angaben zur Größe des Grundstücks und der Gebäude.

Nicht der erste Fall

„Das war aber nicht das erste Mal“, so Tamar. „Vor wenigen Monaten stand unsere Firma bei Ebay in den Anzeigen. Ich habe damals den Kontakt zum Verkäufer gesucht, doch da war das Inserat ganz schnell wieder verschwunden, als jemand merkte, dass ich der Besitzer bin.“

Zeravan Tamar fragt sich, wer ein Interesse daran hat, ihm und seiner Familie zu schaden. Ihm fällt jedoch kein Grund ein, warum ihn andere Personen in Misskredit bringen wollen.

„Bösartige Verleumdungskampagne“

„Ich hoffe, man bekommt heraus, wer das war“, sagt er und hat bereits die Kopien der Angebote für seinen Anwalt vorbereitet. Hilfe hat ihm auch Michael Müller von der benachbarten Firma Müller Immobilien angeboten. Bei Facebook schrieb er: „Als Nachbar und Freund der Firma Tamar möchten wir heute zur breiten Unterstützung gegen eine bösartige Verleumdungskampagne gegen Zeravan Tamar und sein Team aufrufen (...) Einen kriminellen Umgang mit einem Mitglied aus dem Wildeshauser Unternehmerkreis dürfen wir nicht stillschweigend hinnehmen.“ So signalisierte Müller Unterstützung bei der Aufklärung der „Verleumdungskampagne mit unserer Expertise und Kontakten zu Immobilienbörsen und Juristen“.

„Jedes Jahr ein Schock“

Darüber freut sich Tamar, denn er gibt zu, kurz darüber nachgedacht zu haben, Wildeshausen zu verlassen. „Jedes Jahr ein Schock“, sagt er, denn das Unternehmen wurde in der Vergangenheit – ohne eigenes Verschulden – mehrfach gebeutelt. 2013 hatten Vater Saharadin und die Söhne Salih, Kovan sowie Zeravan, die alle aus dem Nordirak stammen, beschlossen, ein Autopflegecenter zu eröffnen. Sie testeten die Akzeptanz für ein halbes Jahr auf einem Grundstück an der Ahlhorner Straße und kauften dann im Oktober 2014 das Areal am Westring. Im März 2015 eröffneten sie den neuen Betrieb. Am 29. Juni 2017 ging jedoch über Wildeshausen ein Starkregen nieder, sodass das Dach der Autopflegehalle dem Druck nachgab und sich rund vier Tonnen Wasser in die Halle ergossen.

Sturmtief „Xavier“ ein weiterer Rückschlag

Der Betrieb war nicht gegen dieses Unglück versichert. Dennoch arbeitete die Familie in einem großen gemieteten Zelt weiter und machte sich an den Aufbau einer neuen Halle. Am 5. Oktober kam allerdings das Sturmtief „Xavier“ über Wildeshausen und beschädigte das Zelt sowie vier Fahrzeuge. Ein weiterer Rückschlag.

Tödlicher Unfall vor dem Center

Die Halle wurde 2017 eingeweiht – und alles schien nun gut zu verlaufen. Doch am 30. November 2018 gab es einen schweren Unfall am Westring. Ein Mann war mit dem Auto auf der Visbeker Straße unterwegs und wollte am Kreisel nach rechts abbiegen. Durch einen medizinischen Notfall konnte er jedoch nicht mehr einlenken, überfuhr die Verkehrsinsel vor dem Fußgängerüberweg, kollidierte mit zwei im Gegenverkehr stehenden Fahrzeugen und kam auf dem Gelände des Autopflege-Centers zum Stehen. Dort krachte der Wagen gegen eine Ecke der Halle. Der Autofahrer schwebte in Lebensgefahr und starb im Krankenhaus.

„Wir können für all das nichts“, so Zeravan Tamar zu den Schicksalsschlägen. Dann aber schaut er wieder optimistisch. „Egal, was hier passiert. Wir bleiben in Wildeshausen.“

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