Große Pläne an der A1

Autohof mit 100 Stellplätzen, Restaurant und Tankstelle in Wildeshausen-West geplant

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In Wildeshausen soll nach den Vorstellungen des Investors eine Wasserstofftankstelle entstehen.

Wildeshausen. Von Dierk Rohdenburg. Während die Einwendungen zur Änderung des Flächennutzungsplanes für das Industriegebiet Wildeshausen-West noch abgewogen werden, hat ein Investor aus dem Landkreis Cuxhaven bereits knapp die Hälfte der Fläche erworben - und plant Großes für Nutzer der A1.

Er verhandelt aktuell mit Unternehmen, die ihre Produktion nach Wildeshausen verlegen wollen. Außerdem soll in der Kreisstadt der größte Autohof an der Autobahn 1 mit Wasserstofftankstelle sowie Fast-Food-Restaurant gebaut werden. Ziel ist es, bis zu 800 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

„Die Stadt plant seit 19 Jahren ein Industriegebiet. Ich habe das innerhalb von vier Monaten auf den Weg gebracht“, sagt Unternehmer Harro Taube. Was wie Schaumschlägerei in großem Stil klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als zielgerichtete und wohlkalkulierte Planung mit sehr hohen Investitionen.

Nach Angaben von Taube hat er insgesamt zehn Hektar Fläche, unter anderem des ehemaligen Campingplatzes Bürgerpark, von mehreren Besitzern sowie der Stadt erworben. Ihm gehören damit das gesamte Land an der Autobahnabfahrt sowie große Teile längs der Ahlhorner Straße bis fast zur „Visbeker Braut“. Dort plant der Investor für rund 20 Millionen Euro Großes, wenn der Flächennutzungsplan verabschiedet ist.

Erst Sandabbau, dann Erschließung

Harro Taube

Zunächst kann auf dem Areal nach dem Abholzen der Bäume Sand abgebaut werden. „Nach Möglichkeit ab nächstem Frühjahr“, so Taube, denn im Herbst 2019 möchte er mit der Erschließung starten. Drei Hektar hat der Investor schon mal für einen Autohof reserviert. „Es wird der Größte an der A1 mit 100 Schwerlastparkplätzen“, kündigt Taube an. Geplant sei ein modernes Sicherheitskonzept, um Truckdiebstähle zu vermeiden. „Die Trucker können für fünf bis sieben Euro die Sanitäranlagen, das Restaurant und das Sicherheitskonzept nutzen“, so der Investor, der gleich nebenan auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern ein Fast-Food-Restaurant bauen will. Auf dem Grundstück erstellt Taube dann eine der ersten Wasserstofftankstellen an der A1.

Für den Investor ist das alles so ungewöhnlich nicht. Wie er berichtet, sind derzeit in Niedersachsen von ihm drei Autohöfe bereits im Bau. „Bundesweit realisiere ich derzeit 26 Autohöfe“, blickt Taube in seine Auftragsbücher.

Die Planzeichnung sieht 100 Lkw-Stellplätze und ein Fast-Food-Restaurant (links) vor.

Während ein Autohof und ein Fast-Food-Restaurant bei den Wildeshauser Politikern und Bürgern voraussichtlich für wenig Begeisterung sorgen werden, dürften viele Menschen aber bei weiteren Details von Taubes Konzept hellhörig werden. So steht er sowohl mit einem Unternehmen der Metallveredelung aus Dänemark als auch mit einem Logistiker im Bereich Fertigungstechnik, die nach Wildeshausen kommen wollen, in Verhandlungen. Zudem sei er in sehr konkreten Gesprächen mit einem Schweizer Konzern, der seine gesamte Lebensmittelproduktion nach Wildeshausen verlegen wolle.

„Es kommen auf jeden Fall Unternehmen auf die Fläche“, sichert der 59-Jährige zu. Mit Wildeshauser Firmen verhandele er dagegen aktuell nicht.

Investor übernimmt Erschließung

Taube sichert zu, dass er die gesamte Erschließung erstellen wird. Für weitere freie Flächen hat er auch schon Betriebe im Blick. Er möchte die Areale aber auch anbieten. Den hinteren Bereich der 23 Hektar könnte dann die Stadt Wildeshausen erschließen. Dort wäre Platz für Unternehmen aus der Kreisstadt, die schnellstmöglich ihren Standort verlagern wollen. „Ich bin Wildeshausen aber bei der Vermarktung der Flächen gerne behilflich“, so Taube. Durch seine vielen Projekte kenne er viele Firmen. „Es kommt immer wieder vor, dass ein Standort an einer bestimmten Stelle nicht passt. Dann kann man den Unternehmen Alternativen anbieten“, umreißt Taube seine Arbeit als „Problemlöser“.

Große Befürchtungen, dass der Flächennutzungsplan nicht zeitnah geändert wird, hat der Investor nicht. So habe er bereits intensive Vorgespräche mit dem Landkreis sowie der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geführt und sorge selbstverständlich auch für Ausgleichsflächen. Das Land Niedersachsen investiere 100 Millionen Euro in Abstellflächen für Laster. Von daher sei sein Angebot mit Tankstelle und Restaurant nahezu unverzichtbar. Auch der Bund habe daran größtes Interesse, damit die Trucker ihre Lenkzeiten einhalten können. „Ich errichte seit 35 Jahren Anlagen im gesamten Bundesgebiet“, so Taube. „Bislang ist noch nie eine gescheitert.“

Hintergrund: Prüfung angestoßen

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hatte im Mai den weiteren Weg für die 12. Flächennutzungsplanänderung an der Autobahnabfahrt Wildeshausen-West freigemacht. Der Planentwurf wurde angenommen, dann folgte die öffentliche Auslegung auch der umweltbezogenen Stellungnahmen. Zudem wurden die Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Nach der Abwägung muss der Stadtrat die Änderung des Planes beschließen. Die Unterlagen sind danach dem Landkreis Oldenburg vorzulegen, der prüft, ob alle Vorgaben eingehalten werden. Das gilt insbesondere auch für naturschutzrechtliche Belange.

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