Von 201 Neubürgern haben 131 keinen deutschen Pass

Wildeshausen wächst weiter

Ein Blick auf den Wildeshauser Wochenmarkt: In der Kreisstadt begegnen sich Menschen unterschiedlicher Nationalitäten täglich.
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Ein Blick auf den Wildeshauser Wochenmarkt: In der Kreisstadt begegnen sich Menschen unterschiedlicher Nationalitäten täglich.

Wildeshausen – Die Kreisstadt Wildeshausen wächst und hat schon lange die Grenze von 20.000 Einwohnern hinter sich gelassen. Laut aktueller Statistik (Stand Dezember 2021) wohnen in Wildeshausen 21.919 Menschen, von denen 21.348 dort ihren Hauptwohnsitz angemeldet haben.

Seit Januar ist die Einwohnerzahl damit um 201 Personen gewachsen. Auffällig ist aber auch, dass es zumeist Ausländer waren, die sich in der Kreisstadt neu angemeldet haben. 131 Menschen, die hier seit 2021 wohnen, besitzen nicht den deutschen Pass – wobei die Stadt in ihrer veröffentlichten Statistik nicht nach Nationalitäten unterscheidet.

Laut den vorgelegten Angaben wuchs die Einwohnerzahl in Wildeshausen besonders stark von Februar auf März (plus 83), von Mai auf Juni (plus 60) und von November auf Dezember (plus 67), während sie von Juli auf August um 21 Personen sank.

Der deutliche Wegzug von Juli auf August ist Menschen mit deutschem Pass zurückzuführen, die die Stadt verließen. Die Statistik weist hier 25 Personen aus, die Wildeshausen den Rücken kehrten. Einen starken Zuzug von Ausländern gab es von Februar auf März (58), August auf September (21) und November auf Dezember (23).

Etwa 18 Prozent der Wildeshauser haben keinen deutschen Pass

Die zuletzt von der Stadt vorgelegte Statistik zur Zahl der Einwohner ohne deutschen Pass stammt vom 25. März 2021. Damals gab es in Wildeshausen 21.810 Bürger. 3.764 (17,26 Prozent) hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Im März lebten 1.817 Bulgaren in der Kreisstadt, knapp 400 mehr als 2019. Die Zahl der Rumänen wurde mit 105 angegeben. Es lebten zudem 402 Polen und 366 Iraker in Wildeshausen. Dazu kamen 195 Syrer und 48 Afghanen. Anderer ausländischer Herkunft waren 831 Menschen.

Wohngebäude an der Ringstraße: In diesem Gebiet ist die Zahl der ausländischen Mitbürger sehr hoch.

Von den 3.974 Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahre) in Wildeshausen waren im März 823 keine Deutschen. 413 Kinder und Jugendliche kamen aus Bulgarien, wobei die Zahl der bulgarischen Kinder und Jugendlichen innerhalb von zwei Jahren um 100 angestiegen war. Unter sechs Jahre alt waren 1.177 Menschen, davon waren 265 nicht deutsch und 114 bulgarisch.

Die aktuelle Statistik der Stadt verweist darauf, dass die Zahl der unter 18-Jährigen in Wildeshausen von Januar (3.717) auf 3.788 im Dezember angestiegen ist. Unter 18-Jährige mit ausländischem Pass gab es im Januar 777 und im Dezember 820.

Der recht starke Zuzug von Menschen aus dem Ausland wird von der Stadtverwaltung aufmerksam beobachtet, da die Kinder oft aus Bulgarien und Rumänien kommen und über keinerlei deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Das erfordert erfahrungsgemäß einen deutlich größeren Aufwand für Sprachlernklassen in den Grundschulen sowie der Hauptschule.

Nach Angaben von Michela Kurwinkel, Integrationsfachkraft in Wildeshausen, im Sozialausschuss im Mai leben in manchen Vierteln Wildeshausens mittlerweile ausschließlich Menschen aus dem Ausland und viele dort auch nur kurz, bevor sie wieder umziehen. „Die Fluktuation ist unglaublich groß“, berichtete die Pädagogin. „Manche bulgarische oder rumänische Familie wohnt dort nur wenige Monate.“ Das wiederum führe oft dazu, dass sich die Menschen mit ihrer vorübergehenden Heimat wenig identifizierten.

Stadt will ein Integrationskonzept erstellen

Der Ausschuss empfahl im Mai auf Initiative von Rainer Kolloge (UWG) die Erstellung eines Integrationskonzeptes, aus dem hervorgeht, wie einer negativen Entwicklung in den Gebieten nachhaltig entgegengewirkt werden kann. Dieses Werk ist derzeit in Arbeit. Mehrere Arbeitsgruppen haben sich getroffen und Konzepte entworfen. Das Ergebnis soll bald dem Stadtrat vorgelegt werden.

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