Umbau für 1,2 Mio. Euro

Rat für Umzug der Schule St.-Peter an die Heemstraße

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Rund 100 Schüler der St.-Peter-Schule und ihre Eltern protestierten vor der Sitzung gegen einen möglichen Schulumzug.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Rund 100 Jungen und Mädchen der St.-Peter-Grundschule protestierten am Montag im Rathaus gegen einen Umzug ihrer Schule in die Immobilie der Hunteschule an der Heemstraße. Vergeblich, denn nach vierstündiger Beratung im Schul- sowie Verwaltungsausschuss und abschließend im Rat entschieden 18 Politiker der SPD, der Grünen, der Linken und teilweise der CDU dafür, die Rückübertragung der Hunteschule zu beantragen. 14 waren dagegen.

Dieser Beschluss war an sich noch nicht so neu, mit dem Votum sollen aber nun die Förderschüler der Hunteschule in der St.-Peter-Schule unterrichtet werden, während die Schule katholischen Bekenntnisses in die Liegenschaft Hunteschule umziehen soll.

Das wichtigste Argument für diesen Antrag waren die Finanzen, denn allen Politikern ist bekannt, dass es eine Lösung zur Beseitigung der Raumnot in Wildeshausen geben muss.

Rückkauf der Hunteschule für rund 500.000 Euro

So stellte Ingenieur Andreas Hauth die verschiedenen Kalkulationen vor, die vom Rat in Erwägung gezogen wurden. Danach würde der Neubau einer zweizügigen Grundschule mit Ganztagsmöglichkeiten und Hort sowie Ausstattung und Außenfläche etwa 7,5 Millionen Euro kosten – ohne, dass der Grunderwerb und ein Architektenwettbewerb eingerechnet sind. Die vierzügige Variante würde 11,8 Millionen Euro kosten. Die gewünschte Sporthalle bezifferte Hauth bei einer Einfeldhalle mit 1,67 Millionen Euro, die Zweifeldhalle würde 3,22 Millionen Euro kosten.

Dagegen stehen die Summen für den Umbau der Hunteschule, die von der Stadt für rund 500.000 Euro zurückgekauft werden könnte. Der Ingenieur hat den Um- und Ausbau nach dem „Bremer Modell“ gerechnet, das zwischen zwei Unterrichtsräumen einen großen Gruppenraum vorsieht. Mit Anbau, Fahrstuhl, komplett umgestaltetem Lehrerzimmer, Fachunterrichtsräumen und Musikraum sowie neuen Außenanlagen und neuer Ausstattung käme die Modernisierung rund 1,2 Millionen Euro teuer.

Patt im Schulausschuss

„Die St.-Peter-Schule bekommt alles, was sie benötigt“, erklärte Manfred Rebensburg (Grüne). An der jetzigen St.-Peter-Schule sei mit neun Räumen für die 53 Hunteschüler ebenfalls genug Platz. Dennoch gab es im Schulausschuss ein Patt, sodass der Antrag abgelehnt wurde.

Das Blatt wendete sich dann im Rat, als klar wurde, dass mindestens vier Christdemokraten für den Antrag stimmen würden. Hartmut Frerichs (SPD) beantragte eine geheime Abstimmung, da er bereits im Vorfeld am Telefon übel beleidigt worden war. 

FDP und UWG klar gegen den Antrag

Viele Ratspolitiker machten dennoch deutlich, wie sie abstimmen wollen, unklar blieben am Ende nur wenige Stimmen des Bürgermeisters, aus der CDU und der SPD, während FDP und UWG klar gegen den Antrag waren. Der Versuch von Jens-Peter Hennken (CDU), den Antrag wegen fehlender Beschlussreife in den Fachausschuss zu verweisen, fand keine Mehrheit, auch ein Verkehrskonzept soll nicht vorher für die Hunteschule erstellt werden.

„Wir sollten die Schulen jetzt zukunftsfähig machen und dem Landkreis ein klares Signal senden“, forderte Matthias Kluck (SPD). Dieses Signal kommt nun beim Schulausschuss des Kreises an, der darüber weiter beraten wird.

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