Umfangreiche Arbeiten im „Aue-Camp“ gehen voran 

„Mit dem Pinsel den Kanal ausgeschachtet“

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Das Sanitärgebäude wird umgebaut, die Fläche eingeebnet. „Wir machen alles neu“, berichtet Breuer.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. „Vor einem Jahr war hier noch Chaos“, berichtet Achim Breuer, Inhaber des „Aue-Camps“ in Aumühle. Damals hatten er und seine Mitstreiter das Areal gekauft und einen Berg Arbeit vor sich. Der ist schon deutlich kleiner geworden – Ende des Jahres sollen die ersten Gäste kommen. Vieles geschah in Eigenleistung und per Learning by Doing. Denn Unternehmen seien derzeit schwer beschäftigt.

Vor allem am Badesee habe sich schon allerhand getan, berichtet Breuer. Libellen flitzen über das Wasser, aus der grünlichen Tiefe sprudeln in einer Linie Blasen an die Oberfläche. Über einen Schlauch wird Sauerstoff in den weichen Grund gepumpt: „So sollen sich Bakterien ansiedeln, die den Schlamm zersetzen“ erklärt Breuer. Am Ufer bilden rund 100 Tonnen Sand einen künstlich angelegten Strand, an dem sich später die Camper in der Sonne aalen sollen. Dazu kommt noch eine Liegewiese von rund 3 000 Quadratmetern. Breuer und sein Team von insgesamt acht Personen, darunter seine Frau, wollen das Gewässer und die Umgebung möglichst naturnah gestalten. Eine Biologin habe ein Konzept zum Erhalt der Artenvielfalt erarbeitet, damit Libellen, Blindschleichen, Ringelnattern, Hechte und Gräser dort weiterhin heimisch sind.

Auf dem Platz selbst waren die neuen Besitzer weniger zimperlich: 10 000 Gehwegplatten sind verschwunden, 500 Bäume wurden gefällt. In Eigenregie haben die neuen Eigner rund 200 Meter Kanalrohr vergraben. Nicht ganz ungefährlich, denn eine Gasleitung kreuzt die Strecke. „Wir haben an der Stelle nicht mit dem Bagger, sondern mit dem Pinsel geschachtet“, verdeutlicht Breuer das vorsichtige Vorgehen in Absprache mit Mitarbeitern des Klärwerks.

Eigentlich sei gar nicht geplant gewesen, derart viel in Eigenleistung zu machen. Doch Unternehmen seien schwer zu fassen gewesen. „Die Handwerker in der Gegend haben keine Zeit“, berichtet Breuers Mitstreiter Maik Fried. Außerdem seien viele Firmen trotz eines Termins gar nicht aufgetaucht.

Achim Breuer ist mit dem Fortschritt der Arbeiten im „Aue-Camp“ schon recht zufrieden. Auf dem Plan zeigt er, wie die Parzellen und Wege angeordnet werden sollen. 

Dafür laufe die Zusammenarbeit mit der Stadt Wildeshausen gut. Für die Wege, die über den Platz führen sollen, gebe es bereits eine Teilbaugenehmigung. Vorerst sind 124 Parzellen beantragt, die im Laufe des Jahres fertiggestellt werden sollen. Später sollen es 230 Plätze werden. Befreundete Camper hätten sich bereits angekündigt. Eine Zeltwiese für größere Gruppen ist am Rande des Areals angedacht. Außerdem sind 33 Stellplätze für Wohnmobile und in fernerer Zukunft auch Ferienhäuser vorgesehen. „Darüber müsste man aber mit der Politik diskutieren“, so Breuer. Für das erste Jahr hofft er auf 2 500 bis 3 000 Übernachtungen. Vorher steht aber noch einiges an: So wird das Sanitärgebäude umgebaut, und auch die Gaststätte, die derzeit als Planungszentrale dient, soll kernsaniert werden. Hinzu kämen noch „1 000 Kleinigkeiten“.

Zu seinem Zeit fressenden Hobby ist Breuer eher zufällig gekommen. Der Funk-amateur hat sich früher mit Gleichgesinnten auf einem Campingplatz in der Gemeinde Hatten getroffen. Als das nicht mehr möglich war, hat er sich nach Alternativen umgeschaut und ist auf das Areal in Aumühle gestoßen. Momentan steht der gebürtige Münsterländer morgens um 4 Uhr auf, fährt zu seinem Projektjob in Oldenburg und arbeitet danach bis in den späten Abend auf dem Gelände. Wenn der Laden läuft, will sich Breuer zurückziehen und den Platz von Angestellten führen lassen.

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