BBS in Wildeshausen: Student untersucht die Wirksamkeit von „Life Kinetik“

Sportangebot auf dem wissenschaftlichen Prüfstand

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Paul Spaleck (rechts) führt für seine Bachelorarbeit Versuche mit Schülern des Beruflichen Gymnasiums durch. Bei diesem Test geht es um den Gleichgewichtssinn.

Wildeshausen - Von Karsten Tenbrink. Einmal pro Woche trainieren und damit seine kognitiven Fähigkeiten verbessern – das soll mithilfe des Programms „Life Kinetik“ möglich sein. Ein Sportstudent aus Oldenburg möchte diese Behauptung wissenschaftlich überprüfen. Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen dienen ihm als „Versuchskaninchen“.

„Ich bin Paul und mit diesem Test helft Ihr mir bei meiner Bachelorarbeit.“ Mit diesen Worten stellte sich Paul Spaleck am Freitag einigen Elftklässlern am Beruflichen Gymnasium vor. Bei zwei Versuchen dokumentierte der 26-Jährige, wie schnell sie bestimmte Aufgaben am Computer lösen können und wie es um ihren Gleichgewichtssinn bestellt ist.

Für Letzteres nutzte Spaleck, der an der Universität in Oldenburg Sportwissenschaft studiert, einen sogenannten Therapiekreisel. Auf dem wackeligen Untergrund sollten die Schüler versuchen, mit geschlossenen Augen möglichst stabil und gerade zu stehen. Das erfordert Konzentration und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper. Ein Smartphone zeichnete während der Übung auf, wie gut sich die Schüler in dieser Disziplin schlagen.

Räumliches Vorstellungsvermögen, Reaktionsschnelligkeit und erneut Konzentration waren beim zweiten Test gefragt: Auf Bildschirmen sahen die Schüler jeweils zwei dreidimensionale Objekte, ähnlich den Bausteinen aus dem bekannten Computerspiel „Tetris“. In möglichst kurzer Zeit sollten sie entscheiden, ob es sich bei dem rechten der beiden Objekte um eine rotierte oder bloß gespiegelte Version des linken Bausteins handelt.

Dieselben Tests absolvierten auch einige Schüler aus der 13. Klasse, die in diesem Schuljahr einen „Life Kinetik“-Kurs bei Lehrer Uwe Winkler belegen. Wie berichtet, hatte Winkler eine Ausbildung zum „Life Kinetik“-Coach absolviert und bietet das Training seit April an den BBS an. „Wir sind mit einer Klasse gestartet, in diesem Schuljahr sind es schon sechs, die daran teilnehmen“, erklärte er. Die wesentliche Idee des Programms ist es, das Gehirn durch Denksportaufgaben und in Verbindung mit körperlicher Aktivität vor immer neue Herausforderungen zu stellen und es auf diese Weise zu trainieren.

In sechs Wochen will Spaleck die Tests mit den beiden Schülergruppen wiederholen. Dann wird sich zeigen, ob bei den mit „Life Kinetik“ trainierten Schülern die erhofften Leistungssteigerungen zu verzeichnen sind. „Ich bin der festen Überzeugung: Das bringt ganz ganz viel“, so Winkler. Sonst würde er das Programm schließlich nicht anbieten. Und er freut sich über die von ihm angeregte Kooperation zwischen Universität und BBS. „Das gibt es nicht allzu häufig“, meinte der Lehrer. Und sollte Spaleck in seiner Arbeit zu dem Ergebnis kommen, dass durch „Life Kinetik“ Leistungssteigerungen möglich sind, hätte Winklers Begeisterung für das Programm auch noch ein wissenschaftliches Fundament.

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