Nachwuchs garantiert

Schafferin und Königin erwarten beide im Juli ein Baby

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Fähnrich Martin Posenauer (l.) hat das Schafferpaar zur Wahl vorgeschlagen und war beim Empfang dabei.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Für Nachwuchs ist in der Wildeshauser Schützengilde in naher Zukunft gesorgt. Nicht nur, dass sich immer wieder viele neue Rekruten finden, es gibt auch ganz junge Gilde-Sprößlinge: Sowohl Julia Müller, Frau des Schaffers, als auch Stefanie Tonn, Frau des Königs, erwarten im Juli ihr Baby. Wann hat es das schon mal gegeben, dass zwei hochschwangere Frauen nebeneinander auf dem Rathaus-Balkon standen?

„Es wird schon alles werden“, erklärte Julia Müller ganz selbstbewusst auf die Frage, ob die Belastung nicht ein wenig groß ist mit einem zweijährigen Kind und einem Säugling. Denn auf das Schafferpaar kommen nicht nur in den nächsten zwölf Monaten viele Verpflichtungen zu. Schaffer Andreas hatte seiner Frau vor einigen Wochen berichtet, dass er von den Fähnrichen Gerald Kreienborg und Martin Posenauer gefragt worden sei, ob er sich das Schafferamt vorstellen könnte. „Mein Mann hat dabei so gestrahlt, da musste ich einfach zustimmen“, berichtete die Schafferin am Abend der Proklamation.

Vor dem großen Moment der feierlichen Ernennung war Andreas noch mit seiner Frau und der zweijährigen Hannah sowie dem Gildeclub „Männer im Bierrausch“ ausmarschiert. Sogar beim Königsschießen waren sie noch dabei und sahen, wie Andreas Tonn siegte. Dann ging es heim in die Wiekau, wo gemeinsam mit den Freunden der kleine Empfang für die Gäste der Gilde vorbereitet wurde.

Club enttäuscht: „Er hat uns vergessen“

„Ich kenne den neuen König sehr gut“, freut sich Andreas Müller auf eine schöne gemeinsame Zeit. Tonns Bruder Ralf sei zudem im selben Gildeclub. Die Männer bilden seit 19 Jahren eine feste Truppe. „Wir sind Freunde, die sich zum Teil schon aus dem Kindergarten kennen“, berichtete Christian Kock, der mit dem Club vor dem Rathaus-Balkon stand und für mächtig Stimmung sorgte. Wie der Club ahnen konnte, dass Andreas Schaffer wird? „Wir wussten nichts“, sagte Kock grinsend. Es sei eben reiner Zufall, dass man zahlenmäßig so stark vertreten sei. „Schade, dass wir jetzt ein Mitglied verlieren“, ergänzte Kock. Andreas sei ein Super-Kumpel. „Mehr Leute wollen wir aber nicht verlieren“, ergänzte er. Und immerhin habe man nun den Schaffer und den Bruder des Königs in den eigenen Reihen.

Ein wenig enttäuscht waren die Clubmitglieder, dass Andreas Müller die Gilde hochleben ließ, die „Männer im Bierrausch“ aber nicht erwähnte. „Er hat uns vergessen“, seufzten die Männer theatralisch. „So schnell geht das eben.“

Am Ende blieb eigentlich nur die Frage, ob im Schaffertrunk tatsächlich – wie immer behauptet – mehrere alkoholische Getränke gemixt verabreicht werden. Eine Schafferin im siebten Monat dürfte dann wohl kaum zu den Klängen des Wildeshauser Liedes so viel getrunken haben, wie sie es auf dem Rathaus-Balkon tat.

Parade auf der Herrlichkeit mit Vereidigung neuer Rekruten

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