Fachbereich Bau hofft, dass Mauerwerksanierung bald zum Ende kommt

Rathausfassade: Handwerker kommen nur sporadisch

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Viele Fugen des Rathauses sind freigehämmert, in anderen ist der Muschelkalk so weich, dass er problemlos herausgelöst werden kann. Wann die Maßnahme abgeschlossen wird, kann die Stadtverwaltung aktuell nicht sagen. 

Wildeshausen - Mal sind Hammerschläge am historischen Rathaus in Wildeshausen zu hören, dann wieder nicht. Nachdem die Handwerker am Montag auf einem Gerüst stehend den Muschelkalk aus den Fugen schlugen, war am Dienstag wieder nichts von ihnen zu sehen. Nach einer monatelangen Hängepartie soll das Gebäude nun möglichst schnell mit neuem Mörtel geschützt werden. Doch keiner weiß, wie schnell das geht.

Wie vor wenigen Tagen berichtet, hatte die Stadt der beauftragten Firma eine Frist gesetzt, damit das denkmalgeschützte Rathaus endlich komplett mit einer wetterfesten Fassade versehen ist. Von daher kam es überraschend, dass am Montag plötzlich wieder am Mauerwerk gearbeitet wurde. Bis wann die Maßnahme beendet ist, vermochte Baudezernent Manfred Meyer am Dienstag aber nicht zu sagen. „Ich weiß gar nicht, ob sie gerade wieder tätig sind“, erklärte er. Die wirtschaftliche Situation im Baubereich sei derzeit so schwierig wie noch nie. Von daher sei es gar nicht so leicht, die Firmen zu beauftragen und Fristen zu setzen.

Das gilt bei diesem Projekt auch deshalb, weil es sich um einen Fall der Gewährleistung handelt. Die Firma muss nämlich den Schaden, den sie vor Jahren verursacht hatte, auf eigene Kasse wieder beseitigen. Der ursprünglich eingebrachte Mörtel war deutlich zu hell gewesen, sodass die Untere Denkmalschutzbehörde und die Stadtverwaltung ihr Veto eingelegt hatten.

Es wurde aber nicht nur das falsche Material verwendet. „Der Muschelkalk wurde nicht fachgerecht eingebracht“, so Meyer. Weil das Wasser der Kalkmischung zu schnell verdunstet sei, hätten die Fugen nicht ordentlich abbinden können. Es sei einfach zu warm für die Arbeiten gewesen, und die Fugen seien nicht regelmäßig wieder angefeuchtet worden. Fachgerecht verfugt ist nach Einschätzung des Baudezernenten derzeit nur die Rathausseite zum Markplatz hin. An allen anderen Fassaden gibt es auf jeden Fall Nachbesserungsbedarf.

Die Arbeiten hatten ursprünglich im Juli 2016 begonnen, als Teile des alten Mörtels herausgeklopft und mit Muschelkalk ausgefüllt wurden. Dass es sich dabei nicht um das gewünschte Material handelte, stellten die Fachleute fest, weil die Farbabweichungen zum alten Mörtel zu groß waren. Zunächst hatte die Stadtverwaltung geplant, die Fugen nachzudunkeln. Ein Gutachten ergab aber dann die Notwendigkeit, das Material wieder herauszuhämmern. Das geschah jedoch bislang nur teilweise, sodass weiter Handlungsbedarf besteht. 

- dr

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