Zweiter Fluchtweg erforderlich

Neuer Notausgang für das Rathaus – damit der Ratskeller offen bleiben kann

Zu eng: Der Notausstieg im Wildeshauser Rathaus muss dringend durch eine Tür ersetzt werden.
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Zu eng: Der Notausstieg im Wildeshauser Rathaus muss dringend durch eine Tür ersetzt werden.

Wildeshausen – Der Blick vom Marktplatz auf das historische Rathaus in Wildeshausen dürfte bald nicht mehr den langjährigen Gewohnheiten entsprechen. Das Gebäude erhält eine neue Tür, wo derzeit nur ein Fenster ist.

Bei der neuen Ansicht handelt es sich um einen Kompromiss zwischen den Anforderungen eines modernen Brandschutzes und den Vorstellungen des Denkmalschutzes. Die Baumaßnahme ist lange überfällig, da der Ratskeller bislang nur einen Fluchtweg über die Tür in der Giebelfront sowie eine Fensteröffnung zum Marktplatz verfügt.

Der unzureichende Brandschutz war aufgefallen, weil die Stadt plant, einen Fahrstuhl im Bereich der Häusing zu installieren. Dort muss die Treppe verlegt werden, um den Fluchtweg aus dem Ratssaal zu erhalten. In diesem Rahmen fiel der Blick der Experten jedoch auch auf den Keller und darauf, dass der Fluchtweg im Bereich der Damentoiletten nicht den aktuellen Anforderungen genügt.

Stadtrat wollte nicht, dass der Ratskeller schließt

Im Juli hatte die Stadtverwaltung den Rat informiert, dass einige Investitionen anfallen, wenn der Ratskeller nicht geschlossen werden soll. Das wollte von den Politikern niemand, sodass die Verwaltung aufgefordert wurde, ein Konzept und die Kostenkalkulation zeitnah zu erstellen.

Seit Ende August liegt dem Landkreis Oldenburg als zuständige Bauordnungsbehörde der Genehmigungsantrag der Stadt Wildeshausen zur Prüfung vor. „Das wird nun denkmalrechtlich beurteilt“, so der Leiter des Bauordnungsamtes, Peter Nieslony. Es habe zielführende Gespräche gegeben, sodass zeitnah mit einer positiven Entscheidung zu rechnen sei.

Dass es so leicht nicht ist, einen Kompromiss zwischen vorbeugendem Brand- und Denkmalschutz zu finden, gibt Nieslony unumwunden zu. „Wir müssen die verschiedenen Anforderungen harmonisieren“, erklärt er. So etwas sei nur in einem Miteinander zu erreichen. Das sei aber gelungen.

Eine wichtige Auflage der Bauaufsicht ist es auch, dass zwischen dem Bereich der Tourist-Info und der Haupttreppe im Rathaus eine Brandschutztür eingebaut wird. Die Konstruktion muss bis an die Decke reichen, die wiederum dafür geöffnet werden soll. „Sehr aufwendig“, kündigte Wildeshausens Baudezernent Manfred Meyer schon im zuständigen Fachausschuss an.

Kalkulation muss noch vom Stadtrat genehmigt werden

Die Kalkulation soll dem neuen Stadtrat nach Angaben von Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge zeitnah vorgelegt werden. Angesichts der Bedeutung des historischen Rathauses sieht er keine Möglichkeiten, auf die Ausgaben zu verzichten. Die Politik habe klar signalisiert, dass der Ratskeller weiter gastronomisch genutzt werden solle. Zudem habe das Rathaus als Baudenkmal eine Strahlkraft weit über die Region hinaus – müsse somit sorgfältig gepflegt und erhalten werden, so Ufferfilge.  

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