Politik kritisiert Verwaltung

Stadtrat mit großer Mehrheit für die Sanierung des Freibads

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Das Freibad soll schnellstmöglich saniert werden.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Das Wildeshauser Freibad soll für 5,4 Millionen Euro saniert werden. Dafür votierte der Stadtrat am Dienstagabend bei einer Gegenstimme von Karl Schulze Temming-Hanhoff. Die tatsächlichen Kosten dürfen weit niedriger ausfallen, weil eine 45-Prozent-Förderung vom Bund möglich ist. Und nur wenn das Geld aus Berlin tatsächlich fließt, soll das Projekt umgesetzt werden.

Auch wenn die Politik die Sanierung fast einhellig begrüßte, musste sich die Verwaltung einiges an Kritik anhören. Kämmerer Thomas Eilers hatte für die Ausschusssitzung, die zwei Stunden vor der Ratssitzung startete, keine konkreten Zahlen parat. Dabei wollten die Politiker schon gerne wissen, wie viel von den 5,4 Millionen Euro bei der Stadt hängen bleiben würden – auch angesichts dessen, dass wohl noch steuerliche Abzüge möglich sind.

Eilers beteuerte zwar, dass der Haushalt dank günstiger Einmaleffekte in diesem Jahr genug Raum für die Freibadsanierung bietet, ohne dass die Schulden steigen müssen. Aber das reichte den Ausschussmitgliedern nicht.Auf Antrag von Jens-Peter Hennken (CDW), der überschlägig 2,7 Millionen Euro an Kosten für die Stadt ermittelt hatte, wurde dieser Betrag in die Beschlussempfehlung für die kurz darauf startende Ratssitzung integriert. Dort tauchte die Summe dann aber nicht mehr in der Empfehlung auf, weil sie zuvor im Verwaltungsausschuss wieder herausgenommen worden war. Die Gründe wurden nicht genannt.

Einzig die Grünen hatten sich im Fachausschuss enthalten. „Ich möchte dem Kämmerer nicht widersprechen, aber ich mag es noch nicht glauben“, so Manfred Rebensburg (Grüne) angesichts dessen, dass kein Haushaltsentwurf vorlag.

„Verrückt, das Projekt jetzt kaputt zu reden“

Für Rainer Kolloge (UWG) hätte es allerdings keine konkreten Zahlen gebraucht. „Wir wären ziemlich verrückt, wenn wir das Projekt jetzt kaputt reden würden“, mahnte er.

Matthias Kluck (SPD) hielt dagegen: „Wer Angst hat, wir würden das kaputt reden, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Wir können uns nicht auf ein ,passt schon‘ des Kämmerers verlassen.“ Der Ratsherr hatte sich unter anderem gesorgt, weil Wildeshausen einen Schuldenstand von rund 15,5 Millionen Euro erreicht hat. Und bei 20 Millionen Euro würde der Landkreis Oldenburg wahrscheinlich in das Haushaltsrecht eingreifen.

Zur Sanierung: Geplant ist, dass Nichtschwimmerbecken abzureißen und neu zu bauen – jedoch nur noch halb so groß. Stattdessen soll ein Planschbecken auf der dann frei gewordenen Fläche entstehen.

Das Schwimmer- und das Springerbecken sollen kernsaniert werden. Die Maßnahmen würden 2019 beginnen und sollen 2022 abgeschlossen werden. Wie sich das auf die Nutzung des Bads für die Öffentlichkeit auswirkt, ist noch nicht im Detail bekannt.

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