Begrünung des Parkplatzes gefordert

„Charme einer Industriehalle“: Kritik an Rewe-Markt-Plänen am Huntetor

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Trister Anblick: Der alte Rewe-Markt soll bald abgerissen und ein neuer gebaut werden.

Wildeshausen – Über den neuen Rewe-Markt am Huntetor lässt sich auch Jahre nach dem Beginn der Planung, das Gebäude abzureißen und einen deutlich größeren Markt zu errichten, noch lange und kontrovers streiten. Der Lebensmitteleinzelhändler möchte seine Verkaufsfläche auf 1 625 Quadratmeter vergrößern sowie einen Backshop mit Café in das Gebäude integrieren. Der Markt ist eingeschossig konzipiert, was bereits vor Jahren zu Diskussionen führte. Teile des Rates wollten gerne über dem Geschäft Wohnungen oder Büros realisiert wissen, der Investor hatte jedoch kein Interesse an dem Wunsch. Auch die Optik des neuen Marktes gefällt vielen nicht. Geplant ist eine graue Fassade aus mineralischem Außenputz mit Verbundwerkstoffplatten in Holzoptik.

„Das Gebäude hat den Charme einer Industriehalle“, kritisierte Hermann Hitz (UWG) im Rahmen der Bauausschussitzung am Donnerstag während der Beratungen über einen Antrag des Piraten-Ratsherrn Uwe Bock. Der hatte gefordert, die Parkplatzflächen wasserdurchlässig zu gestalten. Er wollte zudem erreichen, dass die Planung der Außenfassade sowie der Parkplatzeinfriedung dem Stadtrat zur Genehmigung vorzulegen sind. Die Fassade solle sich in Form, Gliederung, sowie bei den Materialien an das Erscheinungsbild der Straßenseite einfügen, forderte der Pirat. „Es soll hier nicht der Eindruck einer billigen Industriehalle mit riesigem Parkplatzbereich entstehen“, fügte Bock hinzu. Er erklärte, dass positive Veränderungen mit geringen Aufwendungen für Verblender, Pfeiler sowie verschiedenen Zaunteilen und passender Bepflanzung zu erreichen seien. „Sollte die Firma Rewe das nicht wollen, kann der Stadtrat die Zustimmung zu dem Neubau auch noch verweigern“, drohte er in seinem Schreiben.

Grundsätzlich ist die Ablehnung zwar möglich, so die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme. Das Bauleitplanverfahren sei jedoch schon weit fortgeschritten und müsste bei Anpassungen in Gänze erneut bearbeitet und mit wesentlichen Schritten der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wiederholt werden. Das koste Zeit und Geld.

Sasse warnt vor neuen Beratungen

„Es versteht ohnehin keiner, dass das dort nicht vorangeht“, warnte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse vor einem erneuten Einstieg in Bebauungsplanberatungen. „Es ist jetzt zu spät für diese Forderungen“, erklärte auch Stephan Dieckmann (SPD).

Ganz zu spät, was die Abgrenzung des Rewe-Parkplatzes zum Fußweg betrifft, darf es nach Einschätzung von Rainer Kolloge (UWG) aber nicht sein. Er verwies darauf, dass er schon zu einem früheren Zeitpunkt auf eine Begrünung gepocht hatte, die im Vertrag mit dem Handelsriesen festgeschrieben werden müsse. Eine niedrige Hecke, wie sie offenbar nun von der Stadtverwaltung mit Rewe vereinbart wurde, reicht ihm auf keinen Fall. „Die Parkplätze sollen von der Straße aus nicht mehr sichtbar sein“, betonte Kolloge und forderte die Verwaltung auf, dort noch einmal nachzuverhandeln.

Optik des Gebäudes bleibt unverändert

An der Optik des Gebäudes wird sich in jedem Fall aber nichts mehr ändern, auch wenn der fraktionslose Karl Schulze Temming-Hanhoff der Meinung war, dass die Stadt bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan genau vorgeben könne, was sie wolle. „Da soll schließlich keine Keksdose hin“, betonte er.

Im letzten Schritt des Bauleitplanverfahrens könnte nach vorheriger Beratung im Fachausschuss am 23. Mai und im Verwaltungsausschuss am 20. Juni in der Sitzung des Rates am 27. Juni endgültig der Satzungsbeschluss gefasst werden. Dann darf der alte Markt abgerissen und ein neuer gebaut werden, in den auch die Getränkeabteilung – bisher in einem Nebengebäude – integriert ist.  

dr

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