Getränkegroßhandel will nach Wildeshausen-West 

Nordmann braucht mehr Platz

+
Die Radtour der SPD führte die Teilnehmer zum Getränkehandel Nordmann an der Bargloyer Straße. Dort berichtete Geschäftsführer Roland Damme (r.) von den Plänen des Unternehmens.

Wildeshausen - Die Pistole wolle er niemandem auf die Brust setzen. „Doch wir würden gerne bald wissen, ob ja oder nein“, sagte Roland Damme, Geschäftsführer von Getränke Nordmann, zur Realisierung des Industrie- und Gewerbegebietes Wildeshausen-West. 

Das Unternehmen sei auf jeden Fall daran interessiert, ein Grundstück auf dem Areal zu ergattern – sollte es denn kommen. „Wir wollen nicht raus aus Wildeshausen“, so Damme, während des Besuchs einer SPD-Radfahrgruppe am Montagabend bei dem Unternehmen an der Bargloyer Straße. „Aber vier Hektar sind in der Stadt schwer zu bekommen.“ So groß müsste der neue Sitz sein. Die Firma habe Nachteile durch den jetzigen Standort. Denn der Westring trennt das Vollgutlager vom Leerguthof. „Das ist unglücklich“, findet Damme. Ein weiterer Nachteil sei, dass die Lieferwagen rund 15 Minuten bis zu den Zubringerstraßen bräuchten und sich die Anlieger durch den Lärm belästigt fühlen – schließlich bewege das Unternehmen rund 100 000 Getränkekisten am Tag. „Auf der grünen Wiese ist das besser.“ Zumal das seit 1918 in Wildeshausen ansässige Unternehmen viele Kunden in Richtung Ahlhorn, Oldenburg und Cloppenburg habe. „Auf dem Weg nach Hamburg gibt es an jeder Ausfahrt ein Gewerbegebiet. Warum nicht in Wildeshausen?“, fragte Damme.

Ein weiteres Anliegen des Unternehmens ist die Übernahme der Villa Knagge an der Ahlhorner Straße mit dem Ziel, dort ein Braugasthaus einzurichten. Rund drei Millionen Euro will Nordmann investieren und etwa 25 bis 30 Arbeitsplätze schaffen. Mit dem Lokal, inklusive Hausbrauerei und Craft-Beer-Shop visiert der Getränkehändler einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro im Jahr an. Um das zu erreichen, soll die Gaststätte auch über Wildeshausen hinaus Strahlkraft entfalten und zur Stärkung der Gastronomie beitragen.

Bei den Sozialdemokraten stieß die Idee auf Begeisterung, und Damme gab sich hinsichtlich der Umsetzung optimistisch: „Das Projekt läuft seit einem Jahr unter dem Radar“, so Damme. „Wir sind im Gespräch mit den Denkmalschutzbehörden.“ Deren Signale machten Hoffnung, sodass das Projekt vor allem an der Entscheidung der katholischen Kirche über das Gebäude hängt. Wenn alles so läuft, wie die Geschäftsführung es sich wünscht, sollen bereits im kommenden Jahr Weihnachtsfeiern im Braugasthaus über die Bühne gehen. Auch in Hannover, Leipzig und Dresden will das Unternehmen in diesem Bereich expandieren.

Das Angebotsspektrum der Firma überraschte die Ausflügler. „Ich bin überwältigt“, so SPD-Ratsfrau Evelyn Goosmann. Vor allem die gastronomischen Umtriebe sowie die Marke „Ratsherren“ hätten viele Teilnehmer nicht auf dem Schirm gehabt. J pp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

GroKo konzentriert sich nach Bayern-Debakel auf Hessen-Wahl

GroKo konzentriert sich nach Bayern-Debakel auf Hessen-Wahl

EU-Ratspräsident Tusk: Harter Brexit immer wahrscheinlicher

EU-Ratspräsident Tusk: Harter Brexit immer wahrscheinlicher

Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof beendet - Terrorverdacht

Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof beendet - Terrorverdacht

Google Pixel 3 und Pixel 3 XL im Test

Google Pixel 3 und Pixel 3 XL im Test

Meistgelesene Artikel

19-Jähriger bespuckt Bundespolizisten und wird verhaftet

19-Jähriger bespuckt Bundespolizisten und wird verhaftet

Taucher bergen Abfall aus Badesee in Westrittrum

Taucher bergen Abfall aus Badesee in Westrittrum

Anlieger „An der Flachsbäke“ wehren sich gegen Ausbau

Anlieger „An der Flachsbäke“ wehren sich gegen Ausbau

Diese Eicheln sind gefragt

Diese Eicheln sind gefragt

Kommentare