Polizei ermittelt

Nachbarschaftsstreit in Wildeshausen: 50 Jahre alter Walnussbaum muss „bluten“

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Der große Walnussbaum an der Wittekindstraße wurde beschnitten, woraufhin er „blutete“.

Schon seit über 50 Jahren steht ein alter Walnussbaum in Wildeshausen an der Wittekindstraße. Ob dieser im Frühling wieder aufblüht, ist zurzeit aber mehr als fraglich: Ein Ast mit rund 40 Zentimetern Durchmesser wurde in einem Nachbarschaftsstreit abgesägt.

  • Walnussbaum nach Nachbarschaftsstreit in Wildeshausen beschädigt
  • Alter Walnussbaum „blutet“ nach Nachbarschaftsstreit: Polizei ermittelt
  • Nachbarschaftsstreit war bereits Anwaltsschreiben vorausgegangen

Wildeshausen - Der über zehn Meter hohe Walnussbaum mit einem Stammumfang von zwei Metern fing daraufhin an, stark zu „bluten“. Das kann gefährlich sein, denn der Verlust des Baumsaftes kann zu Beschädigungen im Leitungssystem der Pflanze führen. Deswegen raten einige Experten dazu, nur bei Frost zur Säge zu greifen. Andere wiederum empfehlen, generell im Frühjahr keine Walnussbäume zu schneiden.

Der Besitzer, Karsten Kolloge, macht sich Sorgen um seinen Baum in Wildeshausen und hat am Montag Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizeiwache an der Herrlichkeit erstattet. Er verdächtigt den Nachbarn, den Baum kurz vor Weihnachten illegal beschnitten zu haben. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass eine Anzeige zu dem Nachbarschaftsstreit eingegangen ist. Es werde ermittelt, so eine Sprecherin. Eine Alternative zu einer Anzeige bei der Polizei sind oft auch sogenannte Schiedsmänner, die im Fall von einem Nachbarschaftsstreit vermitteln können.

Es gibt jedoch Fälle, bei denen auch die Streitschlichter nicht mehr helfen können. Wie schnell eine Situation wie diese eskalieren kann, zeigt auch ein Fall von einem Nachbarschaftsstreit aus der Nähe von Birmingham in Großbritannien.

Der Ast hatte einen Durchschnitt von rund 50 Zentimetern und wurde einfach abgesägt. Jetzt „blutet“ der Walnussbaum.

Die beiden Nachbarn in Wildeshausen sind schon länger nicht gut aufeinander zu sprechen. Grund für den Nachbarschaftsstreit ist die Aufstockung des Hauses auf dem Grundstück neben Kolloges Fläche im Sommer, bei der nicht alles ordnungsgemäß ablief. Der Landkreis Oldenburg legalisierte den Bau an der Wittekindstraße in Wildeshausen im Nachhinein, im Raum stand aber ein Bußgeld, weil von der Baugenehmigung abgewichen worden war. Kolloge hatte damals Kungelei beim Kreis vermutet und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt. Die wurde allerdings abgelehnt.

„Der macht, was er will“, schimpft Kolloge nun über seinen Nachbarn, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war. Bei dem betroffenen Grundstück neben dem Walnussbaum handelt es sich um ein Haus, das schon lange im Besitz der Kolloges ist und vermietet wird.

Nachbarschaftsstreit in Wildeshausen ging Anwaltsschreiben voraus 

Der Nachbar hatte Kolloge aufgefordert, die überhängenden Äste des Walnussbaums zu beschneiden. Dass dieser zu dicht an der Grundstücksgrenze steht, bestreitet Kolloge nicht. Das Gewächs genieße aber Bestandsschutz. „Ich habe mir von einer Anwältin die rechtliche Situation erläutern lassen“, so Kolloge zu dem Nachbarschaftsstreit. Diese habe den Nachbarn auch schriftlich darauf hingewiesen und ihm untersagt, den Walnussbaum von sich aus anzugehen. Umso größer war Kolloges Überraschung, als er bemerkte, dass der Baum beschnitten worden war. Laut dem gebürtigen Wildeshauser kümmert sich ein Gärtner alle zwei, drei Jahre um den Baum. In diesem Winter seien Pflegemaßnahmen geplant gewesen.

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