28-Jähriger musste auf Führerschein verzichten

Nach der Feuerfete betrunken im Auto

Wildeshausen - Der Besuch der Feuerfete am 10. Oktober hat für einen damals 29-jährigen Wildeshauser unangenehme Spätfolgen. Weil er am 11. Oktober um 4.31 Uhr mit 1,65 Promille im Blut Auto gefahren war und sich vor der Polizei hinter einem Busch versteckt hatte, wurde er am Montag wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr vor dem Amtsgericht Wildeshausen angeklagt.

Diese Fahrt hatte jedoch eine Vorgeschichte, und der Groß- und Außenhandelskaufmann hatte nach der Tat schnell Hilfe bei der Suchtberatung gesucht, um im Rahmen von zwölf Therapiesitzungen seinen Umgang mit Alkohol zu klären. Das Gericht konnte er deshalb mit seinem Führerschein in der Tasche verlassen. Auf diesen hatte er sechs Monate lang verzichten müssen. Zudem hat er 900 Euro Strafe zu zahlen.

Der verheiratete Wildeshauser hatte auf der Feuerfete ausgelassen gefeiert und war in der Nacht nach eigenen Aussagen von einer alten Bekannten massiv angetanzt worden. Deshalb war es offenbar zum Streit mit seiner Frau gekommen. Der 28-Jährige verließ die Veranstaltung zu Fuß und ging die drei Kilometer nach Hause. „Als ich dort ankam, fuhr schon ein Taxi mit meiner Frau und den Nachbarn vor“, berichtete er der Richterin. Man habe sich weiter gestritten, und weil er sich eingeengt gefühlt habe, sei er ins Auto gestiegen und losgefahren.

Die Nachbarin benachrichtigte die Polizei, der Nachbar überzeugte unterdessen den 28-Jährigen, wieder zurückzukommen. So drehte der Mann nur eine Runde, doch als er die Polizei vor der Tür sah, versuchte er vergeblich, sich hinter einem Busch zu verstecken. „Ich hatte Panik“, erklärte er gestern. So sei es auch zu verstehen, dass er am Folgetag zur Polizei gegangen sei, um zu behaupten, er sei nicht gefahren und habe sich nur hinter dem Busch übergeben müssen.

Wenige Tage später ging der Mann aber in die Offensive und suchte Hilfe bei der Suchtberatung. Diese beschenigte ihm, dass er therapiert und in der Lage sei, auch in Zukunft Kraftfahrzeuge zu führen.

Staatsanwältin und Richterin kamen gleichermaßen zu der Auffassung, dass es sich wohl doch nur um eine fahrlässige Trunkenheitsfahrt gehandelt haben dürfte. „Sie haben die verstrichene Zeit gut genutzt“, bescheinigte die Richterin dem Angeklagten. Deshalb bekam er seinen Führerschein zurück und verzichtete darauf, Einspruch einzulegen. - dr

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