Einwendungen gegen Wildeshausen-West werden bearbeitet

Nabu fürchtet um Zukunft von Brutvögeln und Co.

Das geplante Industrie- und Gewerbegebiet liege inmitten der historischen Quadratmeile der Megalithkultur bemängelt zum Beispiel die biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems. Das Foto zeigt einen Findling in dem Areal.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Derzeit muss sich die Stadtverwaltung mit den Einwänden gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes für Wildeshausen-West befassen. Das Industrie- und Gewerbegebiet, das dort angesiedelt werden soll, ist heftig umstritten. 

Zu den Gegnern zählen nicht nur die Anwohner, die sich in der Interessengemeinschaft (IG) Steinloge organisiert haben, sondern auch Naturschutzverbände. Die Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen hat in ihrer Stellungnahme aufgelistet, welche Arten bei der Abholzung des mehr als 30 Hektar großen Waldes in dem Areal besonders gefährdet wären.

Störungen oder Vertreibungen sind für Brutvögel wie Baumpieper, Bluthänflinge und Trauerschnäpper zu erwarten, heißt es in der Einwendung des Nabu, die unserer Redaktion vorliegt. Auch Fledermäuse und Reptilien wie die Waldeidechse und Blindschleiche seien betroffen. „Die Heidelerche hat zwar ein Revier nördlich des ausgewiesenen Gebietes. Da sie aber sehr schallempfindlich ist (bis etwa 300 Metern), wird auch sie verdrängt werden“, befürchten die Naturschützer.

Außerdem befänden sich laut faunistischem Gutachten viele „revierbildende Tierarten“ in dem Areal, das lange Zeit als Campingplatz diente, aber dicht bewaldet ist. Den betroffenen Lebewesen sei mit der Anbringung einiger Nisthilfen im Randbereich des betroffenen Gebietes nicht geholfen, da diese Reviere bereits besetzt seien. „Es wird also eine Verdrängung an Stelle einer Kompensation stattfinden“, ist sich die Nabu-Ortsgruppe sicher.

Das geplante Industrie- und Gewerbegebiet liege inmitten der historischen Quadratmeile der Megalithkultur bemängelt zum Beispiel die biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems. Das Foto zeigt einen Findling in dem Areal.

„Südöstlich, nahezu angrenzend an das Plangebiet, liegt eine Grünlandfläche. Diese könnte ein Flora-Fauna-Habitat-Lebensraumtyp sein. Wir regen eine Überprüfung an, da diese durch eine Versiegelung und weitere negative Auswirkungen belastet werden könnte“, blicken die Naturschützer bei ihrer Kritik auch über die Grenzen des eigentlichen Gebiets hinweg.

Aber nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, auch die Folgen für das Grundwasser treiben die Naturschützer um. „Durch die massive Versiegelung von annähernd 37 Hektar Fläche für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet wird die Versickerung des Oberflächenwassers überwiegend verhindert und dadurch dem natürlichen Wasserkreislauf mit der hochwertigen Grundwasserbildung unter Waldgebieten entzogen“, bemängeln sie.

Grundsätzlich heißt es: „Die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen für diesen massiven Eingriff in den Naturhaushalt werden nicht nachvollziehbar und unkonkret beschrieben.“ Damit würden diese notwendigen Maßnahmen unverbindlich bleiben und könnten in dieser Form nicht akzeptiert werden.

Ansonsten schließt sich der Nabu den Einwendungen der IG Steinloge an. Mit seiner Kritik weiß er auch die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems an seiner Seite. Diese kritisiert unter anderem, dass sich das Areal inmitten der historischen Quadratmeile der Megalithkultur befindet. 

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