Soziale Staffelung geplant

Entwurf: 50 Prozent höhere Kindergartengebühren

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Auch im Stadtkindergarten Pusteblume werden die Gebühren voraussichtlich deutlich steigen. Archivfoto: Dejo

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Das dürfte für viele Wildeshauser Familien ein tiefer Griff ins Portemonnaie werden. Weil die Stadt die vom Land Niedersachsen geforderte Vertretungsreserve vom ersten Tag an in den Kindertagesstätten zur Verfügung stellen muss, könnten die Gebühren mit dem nächsten Kindergartenjahr um 50 Prozent pro Kind steigen.

Die Kommune muss 400000 Euro jährlich ausgleichen, die sie und die freien Träger der Kindertagesstätten für zehn neue Erzieherstellen ausgeben müssen. Damit soll gewährleistet werden, dass gleich, wenn eine pädagogische Fachkraft erkrankt, eine Vertretung zur Verfügung steht, sodass eine kontinuierliche Betreuung der Mädchen und Jungs angeboten werden kann.

Die Gefahr steigender Gebühren wurde bereits im Herbst erkannt, nachdem das Niedersächsische Kultusministerium die Mindestanforderungen für Vertretungen in Kindertagesstätten in einer Orientierungshilfe konkretisiert hatte. Sehr schnell wurde klar, dass keine Einrichtung in der Stadt (und wohl auch im gesamten Land) diese Anforderungen erfüllt.

Schon jetzt haben Stadt und freie Träger in den Einrichtungen nur eine Kostendeckung von 25 bis 40 Prozent, so Kämmerer Thomas Eilers. Der Zuschussbedarf beläuft sich (ohne Hort Wallschule) auf 2,4 Millionen Euro in diesem Jahr.

Die Politik reagierte geschockt auf die Ankündigung, dass zehn neue Erzieher finanziert werden müssen. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine soziale Staffelung zu prüfen und hat nun errechnet, dass eine Multiplikation um den Faktor 1,5 die Mehrkosten decken kann und die unteren Einkommensstufen eine geringere Erhöhung zahlen müssen. Dennoch wird es richtig teuer in den Einrichtungen, die die städtische Gebührenordnung analog anwenden. Dazu gehören die Kindergärten der Stiftung Johanneum und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.

Eine Modellrechnung zeigt, dass Eltern mit dem geringsten Jahreseinkommen (bis 13000 Euro) pro Kind ab dem 1. August nicht mehr 65 Euro monatlich, sondern 98 Euro zahlen müssen. Die monatliche zusätzliche Gebühr für jede weitere halbe Stunde beträgt dann nicht mehr fünf Euro, sondern acht Euro.

Eltern mit einem Jahreseinkommen über 49000 Euro zahlen nicht mehr 170 Euro monatlich pro Kind, sondern 255 Euro. Jede zusätzlich halbe Stunde kostet nicht zwölf Euro mehr, sondern 18 Euro pro Monat. Die Gebühren für jedes weitere Kind in der Einrichtung steigen ebenfalls um den Faktor 1,5 – also um 50 Prozent.

Durch diese Erhöhung werden immerhin nicht alle Steuerzahler belastet, sondern nur diejenigen, die eine Kindertagsstätte nutzen. Der Fachausschuss kann sich jedoch auch für andere Lösungen einsetzen, wie die Finanzlücke von 400000 Euro gestopft wird. Beraten wird die Anpassung der Gebührensatzung am Dienstag, 16. Februar, ab 18.15 Uhr im Stadthaus.

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