Stadtverwaltung soll zwei Varianten prüfen / Hotspot auf dem Marktplatz gekündigt

Wildeshausen möchte mehr freies WLAN anbieten

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Die EWE hat die Wildeshauser Innenstadt mit Glasfaserkabeln versorgt. Damit ist dort leistungsfähiges Internet möglich.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Ein modernes Wildeshausen braucht ein modernes WLAN-Netz durch die ganze Stadt“, brachte es Jens-Peter Hennken (CDU) vor wenigen Tagen im Finanzausschuss auf den Punkt. Darüber verfügt die Kreisstadt in der Einkaufszone derzeit aber nicht. Doch es gibt Pläne, das schnellstmöglich zu ändern und dafür auch noch Fördergelder der Europäischen Union einzuwerben.

Aktuell hat Wildeshausen lediglich vier Hotspots der EWE auf dem Marktplatz, die öffentlich genutzt werden können. Diese wurden 2015 eingerichtet und galten als ein Pilotprojekt in der Region. Jeder Bürger kann in dem Bereich eine Stunde lang gratis surfen. Die Stadt zahlt dafür rund 300 Euro monatlich.

Das Projekt läuft jedoch nur noch bis März kommenden Jahres, denn Wildeshausen hat den Vertrag gekündigt. Der Grund ist einleuchtend: Der technische Standard beim Internet hat sich wesentlich verändert. Durch den Ausbau des Glasfasernetzes und die starke Verbreitung sowie Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Geräten gibt es wesentlich bessere Möglichkeiten, den Aufenthalt in der Innenstadt durch den Ausbau eines WLAN-Angebotes attraktiver zu gestalten.

Bis Zwischenbrücken erweitern

Wirtschaftsförderer Claus Marx erläuterte dem Ausschuss, dass zumindest der Bereich Innenstadt mit einer Achse Westertor-Alexanderkirche, Huntestraße sowie Bahnhof-Gildeplatz durch WLAN abgedeckt werden sollte. „Wir müssen das bis Zwischenbrücken erweitern“, ergänzte Stephan Rollié (CDU) schnell und erhielt dafür Zustimmung.

Es stellt sich jedoch die Frage, wie das freie Internet in der Stadt in Zukunft realisiert werden sollte. Marx nannte drei Möglichkeiten. Eine sei es, komplett auf Freifunk-Initiativen zu setzen. In diesem Rahmen würden die Anwohner einen Router erwerben und WLAN-Kapazitäten abgeben. „Die Bandbreite ist aber stark variabel“, betonte Marx mit Blick darauf, dass Lücken in der kostenlosen Versorgung entstehen könnten. Das allerdings wäre seiner Ansicht nach schade, denn mit neuen Apps könnten Benutzer von Smartphones Infos zu Gebäuden oder Angebote von Geschäften erhalten. Dafür wäre eine gute Verbindung sehr sinnvoll.

Großes Potenzial

Als Alternative nannte Marx den Aufbau eines Netzes mit städtischen und privaten Teilnehmeranschlüssen, das von einem Provider gepflegt wird. Die Kosten würden bei rund 10. 000 Euro jährlich liegen. Wenn man nur auf städtische Anschlüsse setzen würde, die von von einem Provider gepflegt werden – die dritte Alternative – könnte der Aufwand auf 32. 900 Euro jährlich steigen.

Die teure Variante schmeckte den Ausschussmitgliedern überhaupt nicht. „Wir sollten nicht in etwas investieren, das schon bald wieder Steinzeit sein könnte“, so Rainer Kolloge (UWG). Marko Bahr (FDP) hielt es ohnehin nicht für sinnvoll, viel Geld auszugeben. „Wir können damit keine Kunden locken“, meinte er, erntete aber Widerspruch von allen Seiten. „Ich bin froh, wenn ich in der Stadt WLAN habe“, betonte Rollié. Matthias Kluck (SPD) fand: „Das hat großes Potenzial. Wenn das mit Freifunk klappt, wäre das klasse. Sonst sollten wir Variante B nehmen.“

Am Anfang einer großen Entwicklung

Das fand auch Stephan Dieckmann (SPD): „Wir stehen erst am Anfang einer großen Entwicklung. Wir sollten das ernsthaft angehen.“

Das war konsensfähig. Die Verwaltung soll zunächst die ersten beiden Varianten weiterentwickeln und anschließend die Ergebnisse den zuständigen Gremien zur erneuten Beratung vorlegen.

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