Landhaus Nelkenstraße feiert Jubiläum

50 Jahre Altenpflege aus Familienhand

Die zweite und dritte Generation: Ruth Lohrmann-Wendler, Elisabeth Buczior und Boris Buczior (von links). - Foto: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es war das erste Pflegeheim in der Wittekindstadt – das Landhaus Nelkenstraße. Am Mittwoch wurde das 50-jährige Bestehen der Einrichtung mit einem Sommerfest gefeiert. In seiner Ansprache machte Heimleiter Boris Buczior deutlich, dass er stolz sei, diese Einrichtung in der dritten Generation führen zu können: „Dieses Jubiläum bedeutet auch, 50 Jahre Pflege aus Familienhand.“

Alles begann im Jahr 1967 in Aumühle, wo seine Großeltern, der Apotheker Wilhelm sowie die Krankenschwester Edeltraud Hamelmann, im Herrenhaus eine Betreuung für ältere Menschen auf die Beine gestellt hatten. Von Beginn an dabei waren die Töchter Elisabeth Buczior, Bucziors Mutter, sowie Ruth Lohrmann-Wendler. Rund 80 Menschen seien damals betreut worden. „Viele kamen aus dem Großraum Bremen, weil unsere Eltern gute Kontakte dorthin hatten“, erinnern sich die Töchter.

Anfang der 70er-Jahre wurde dann das Anwesen an der Nelkenstraße erworben und als Dependance zu Aumühle eröffnet. In beiden Häusern wurden fortan ältere Menschen betreut und gepflegt. „Nie haben wir diesen Schritt bereut, diese Arbeit wurde uns schon in die Wiege gelegt. Daher wurde unser Haus auch stets familiär geführt“, sind sich die Schwestern einig. Nachdem die Mutter 1972 und der Vater 1979 verstarben, übernahmen die Schwestern die Führung der Einrichtungen.

Nach 20 Jahren lief 1987 der Pachtvertrag in Aumühle aus, sodass sich Buczior und Lohrmann-Wendler entschieden, das Pflegeheim komplett an die Nelkenstraße zu verlegen. Dafür wurde das Haus umgebaut und bietet seither 30 Bewohnern Platz.

Ende 2011 ging die Einrichtung dann in die Hände der dritten Generation über. Buczior hat den Beruf des Krankenpflegers im Krankenhaus Johanneum in der Kreisstadt erlernt. „Danach war ich zehn Jahre in der Psychiatrie in Twistringen tätig. Nach zwei Fachweiterbildungen habe ich dann dieses Haus übernommen“, so der Heimleiter. Und bis heute habe auch er diesen Schritt nicht bereut: „Es gibt nicht viele Häuser, die über so viele Jahre ausschließlich in Familienhand sind.“ Er habe mehr als 30 Mitarbeiter, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr für die Menschen zur Stelle seien: „Bei uns kommt eben noch alles aus einer Hand: Pflege, Kochen, Waschen und die komplette Hauswirtschaft.“

Buczior machte deutlich, dass sich seit 2011 auch sehr viele Umstrukturierungen ergeben hätten. Unter anderem sei die Dokumentationspflicht eingeführt worden: „Ich habe bis heute viele Veränderungen mitgemacht. Allerdings ist diese Dokumentation in meinen Augen schon wichtig. Auch, wenn es viel Büroarbeit ist.“ Rund 40 bis 50 Prozent der Arbeitszeit gingen für „Schreibkram“ drauf. „Fakt ist aber, dass diese Niederschriften im Falle von eventuell geforderten Regressansprüchen einmal sehr wichtig werden können. Nicht umsonst müssen sie 30 Jahre archiviert werden.“

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