Landrat will Planungssicherheit für Eltern schaffen

Kreisverwaltung ist für den Schultausch – aber erst 2021

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Geht es nach Landrat Carsten Harings, bleiben die Hunteschüler noch bis 2021 in ihrem Gebäude an der Heemstraße in Wildeshausen. Erst danach würden dort die St.-Peter-Schüler unterrichtet werden.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Das ist ein Paukenschlag: Landrat Carsten Harings befürwortet grundsätzlich einen Immobilientausch zwischen der St.-Peter- und der Hunteschule in Wildeshausen, will diesen aber erst in zweieinhalb Jahren vollziehen. Es ist ein „Ja, aber...“, das die Wildeshauser Politik vor ein Dilemma stellen würde.

Denn die Raumnot an der Holbeinschule fordert eigentlich eine zügige Lösung. Aktuelle Beschlusslage der Stadt ist, dass die Hunteschule an den Standort St. Peter soll. Da die Förderschule nach und nach ausläuft, könnten dort Räume für die aus allen Nähten platzende Holbeinschule frei werden. Im Gegenzug soll die St.-Peter-Schule an den jetzigen Standort der Hunteschule an der Heemstraße. Der Kreis verlangt knapp 630 000 Euro für das Gebäude der Hunteschule.

Viele Tauschbefürworter würden den Wechsel gern schnell über die Bühne bringen. Kritiker des Vorhabens dürfte der Landrat mit seinem Vorschlag deswegen neue Argumente geliefert haben. Doch noch ist auf Kreis-Ebene keine Entscheidung gefallen. Der Schulausschuss kommt am Dienstag, 16. Oktober, ab 17 Uhr im Kreishaus zusammen, um dem Kreistag eine Empfehlung zu geben. Im Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung heißt es: „Der Zeitpunkt 2021 räumt einerseits der Stadt Wildeshausen ausreichend Zeit für die Errichtung des Anbaus an der St.-Peter-Schule sowie für bauliche Anpassungen an der Hunteschule ein. Auf der anderen Seite hätten damit insbesondere alle Schüler, die bereits vor der Sommerpause die Hunteschule und auch die St.-Peter-Schule besuchten, die Möglichkeit, an ihrem Standort ausgeschult zu werden. Ein Schultausch ergäbe sich in diesem Falle nur für die Schüler, die sich ,im Lichte‘ der Rückübertragungsdiskussion für eine der beiden Schulen entschieden haben und insofern davon ausgehen mussten, dass es zu einem Tausch/Umzug kommen könnte.“ Harings will also Planungssicherheit für Eltern und auch Kinder schaffen.

Während durch den Anbau an die Turnhalle der St.-Peter-Schule die räumlichen Anforderungen der Hunteschule erfüllt sind, gibt es Eltern und Lehrer der Hunteschule, die eine Ausgrenzung ihrer Kinder beziehungsweise Schüler befürchten. „Kinder können grausam sein, und am Standort St. Peter würden mein Kind und andere ihren geschützten Rahmen verlieren“, schreibt etwa Elternvertreterin Claudia Osenberg an die Kreisverwaltung.

Dieser Punkt sei in der Debatte im Frühjahr bereits gewürdigt worden und nicht ausschlaggebend gewesen, heißt es dazu aus dem Kreishaus. „Ein erneutes ,Aufflammen‘ der eher emotionalen Aspekte erscheint zu einem Zeitpunkt, wo sich für alle sachlichen Problemstellungen Lösungswege andeuten, mehr als unglücklich“, steht in der Beschlussvorlage.

Der Zeitpunkt 2021 ist nicht die einzige „Kröte“, die die Stadt schlucken müsste. „Mit der Übertragung entfällt die Sicherung eines Förderschulstandortes Wildeshausen“, heißt es in der Vorlage. Um das zu verhindern, hatte die CDU angeregt, Gespräche mit dem Kreis über einen neuen Standort zu führen. Dafür hatte sich jedoch im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss keine Mehrheit gefunden. Der Fachausschuss soll sich wieder damit befassen.

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Keine gute Aussicht für Holbeinschüler 

Von Ove Bornholt

Dass sich der Stadtrat im Februar mehrheitlich für den Schultausch ausgesprochen und sich damit vom Landkreis Oldenburg abhängig gemacht hat, rächt sich jetzt. Denn der Kreis hat hauptsächlich das Wohl seiner Förderschüler im Blick – und das kann ihm niemand vorwerfen. Dass die Holbeinschule aus allen Nähten platzt, ist Landrat Carsten Harings herzlich egal, der Wildeshauser Politik aber nicht. Und jetzt noch zweieinhalb Jahre zu warten, ist keine gute Aussicht für die Holbeinschüler und -eltern. Schließlich ist der erste Antrag der Grünen/Piraten zum Schultausch nun auch schon anderthalb Jahre her. Seitdem sich der Rat im Februar für den Wechsel ausgesprochen hat, ist dieser immer teurer geworden und könnte sich nun stark verzögern. Statt ihre Grabenkämpfe fortzuführen, sollte die Wildeshauser Politik gemeinsam an einer Alternativlösung arbeiten. 

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