Paar brütet in der Welgenmarsch

Wildeshausen kann auf regelmäßigen Storchbesuch hoffen

Ringelnatter als Beute: Die Störche finden in der Welgenmarsch reichlich Nahrung.
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Ringelnatter als Beute: Die Störche finden in der Welgenmarsch reichlich Nahrung.

Wildeshausen – So viel Glück können die Naturschützer in Wildeshausen kaum fassen: Erst vor drei Monaten hatten Mitglieder des Naturschutzbundes sowie Mitarbeiter des Bauhofes in Wildeshausen an drei Stellen am Rande der Kreisstadt Masten mit Rädern aufgebaut, um Störche zum Brutgeschäft anzulocken. Wenige Wochen später fand sich bereits ein Storchenpaar in der Welgenmarsch ein und fühlte sich dort so wohl, dass es mit dem Nestbau begann. Als das bekannt wurde, sperrte der Bauhof den Fußweg ab, um die Vögel nicht zu stören.

Noch ist nicht ganz klar, ob es schon Jungtiere gibt, doch die Storcheneltern haben ganz offensichtlich nur wenig Probleme mit Menschenkontakt. „Die fühlen sich dort wohl und haben derzeit noch einen kleinen Radius“, hat Wolfgang Pohl vom Naturschutzbund Dötlingen-Wildeshausen beobachtet.

Wenn die Jungvögel geschlüpft seien, dann würde der Aktionsradius der Tiere sicherlich größer, um genug Nahrung zu finden. Nun hoffen die Naturschützer, dass es keine unangenehmen Zwischenfälle gibt. Wenn alles klappt, dann kommen im nächsten Jahr nicht nur die Eltern, sondern auch die Jungtiere aus dem warmen Süden zurück nach Wildeshausen und suchen sich hier eine dauerhafte Bleibe. Gelegenheit hätten sie beispielsweise am Klärwerk und im Pestruper Moor, wo weitere Masten stehen und das Nahrungsangebot ideal für Störche sein dürfte.

Letzter Storch nistete hier Mitte der 1980er-Jahre

Bis Mitte der 1980er-Jahre war der Storch in Wildeshausen ein gern gesehener Gast. Ein Paar brütete regelmäßig auf dem Wagenrad des Dampfkornbranntweinbrennereimuseums an der Wittekindstraße. Seitdem ist hier aber kein Paar mehr sesshaft geworden. Es wurden nur immer wieder durchziehende männliche Jungstörche beobachtet, die aber wohl keine Artgenossin fanden.  

Die jüngere Geschichte des Storchs in der Kreisstadt ist recht gut dokumentiert. 1935 installierte Johann Kolloge auf dem Lüftungsschacht des Stalls der Dampfkornbrandweinbrennerei ein Wagenrad. 1939 verrichtete dort das erste Paar sein Brutgeschäft. Anschließend durften die Wildeshauser pro Jahr vier Jungstörche erwarten – bis 1985. Danach fand sich kein Paar mehr, das sich so gut vertrug, dass es Nachwuchs zeugen wollte. Der Horst in der Innenstadt war möglicherweise auch zu vielen Lärmeinflüssen ausgesetzt.

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