Hotel und Restaurant nach 27 Jahren verkauft 

Thomas Lüdecke neuer Chef im „Landhaus Thurm-Meyer“

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Thomas Lüdeke, der das „Landhaus“ nun betreibt, mit seinen Vorgängern Karin und Hans-Peter Thurm-Meyer (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Wochen und Monate hat die Gerüchteküche über die Zukunft des „Landhauses Thurm-Meyer“ in der Kreisstadt gebrodelt. Am Freitag hat Hans-Peter Thurm-Meyer während der Feier seines 75. Geburtstages die sprichwörtliche Katze aus dem Sack gelassen: Das gesamte Anwesen wurde an einen Investor, der namentlich nicht genannt werden möchte, verkauft. Betreiber ist Thomas Lüdeke vom „Dötlinger Hof“ in der Nachbargemeinde.

„Natürlich fällt uns der Abschied schwer, aber wir haben eben das Alter“, so Thurm-Meyer, der den Betrieb 27 Jahre lang mit seiner Ehefrau Karin geführt hat. Wobei gesagt werden muss, dass die Eheleute eher gastronomische Seiteneinsteiger waren: Er ist gelernter Industriekaufmann und seine Frau war viele Jahre Leiterin der Röntgenabteilung des Krankenhauses Johanneum.

Aufgewachsen in Wildeshausen, war Thurm-Meyer in München, Kempten, Oldenburg, Rinteln und Göppingen in seinem Beruf tätig, ehe er 1989 wieder in die Wittekindstadt zurückkehrte. „Das war für uns die große Wende. Wir hatten uns vorgenommen, alles noch einmal umzukrempeln und Gastronomen zu werden“, erzählt Thurm-Meyer. Geträumt habe er schon viel früher davon. „Sicherlich hatte ich die Gene im Körper: Mein Onkel James Graser, Playboy Nummer eins in München, hatte mehrere Lokale in Schwabing, meine Oma hat in Amerika ein Flughafenrestaurant geführt und andere Verwandte die Rauchbierbrauerei Schlenkerla in Bamberg.“

In der Kreisstadt hatten sich die Eheleute schließlich entschieden, das Elternhaus des Ehemannes an der Dr.-Klingenberg-Straße zu einem Hotel mit Pub umzubauen. „Ich höre heute noch die vielen Stimmen, die uns das nicht zugetraut und uns nicht mehr als ein Jahr gegeben haben“, so Thurm-Meyer.

Sieben Zimmer und ein Pub zum Start

Aber sie hätten den Schritt gewagt und im März 1991 mit sieben Zimmern und einem Pub begonnen. „1992 kam dann auch noch großes Glück dazu. Es war am Abend, als sich ein Gast in den Pub setzte und ein Bier bestellte. Er erzählte mir, dass in Wildeshausen ein Justiz-Schulungszentrum errichtet wird und er auf der Suche nach Hotelzimmern sei“, erzählt Thurm-Meyer. Schon wenig später sei ein Vertrag auf Zimmervermietung über zehn Jahre geschlossen worden: „Dadurch konnte ich das Gästehaus mit weiteren 15 Zimmern bauen.“

Im Jahr 2005 haben die Eheleute das nebenliegende Wohnhaus gekauft, um dort einzuziehen. Vor fünf Jahren wurde dann ein weiteres Nachbarhaus erworben und zum Gästehaus umgebaut. „Von anfänglich 14 Betten haben wir uns auf fast 60 gesteigert“, erzählt Thurm-Meyer nicht ohne Stolz. Verfügt das „Landhaus“ seit vielen Jahren über ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche, so durften anfänglich ausschließlich bierbegleitende Speisen angeboten werden. „Wenn ich auf die Jahre zurückblicke, muss ich sagen, dass wir alles richtig gemacht haben“, so Thurm-Meyer.

Und das soll auch so bleiben. Restaurant- und Hotelfachmann Thomas Lüdeke (55): „Ich werde den Betrieb ganz im Sinne der Familie Thurm-Meyer weiter führen. Wir werden nichts verändern.“ Er sehe das Hotel praktisch als Erweiterung für den „Dötlinger Hof“: „Dort haben wir nur zehn Zimmer, jetzt kommen 35 hinzu. So kann ich sehr gut Synergieeffekte nutzen. Schließlich haben wir in Dötlingen auch einen Saal.“

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