Grünen-Kritik an Wildeshausen-West

Industriegebiet „ökologisches Desaster“

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Ein ausgedehnter Wald entlang der Autobahn 1 soll zu einem Industriegebiet werden. 

Wildeshausen - Die Ratsfraktion der Grünen in Wildeshausen spricht davon, dass die Pläne zur Ausweisung eines neuen Industriegebietes Wildeshausen-West ein „ökologisches und wirtschaftliches Desaster“ nach sich ziehen werden. 

In einer Pressemitteilung betont Ratsherr Klaus Schultze, dass dort nicht nur großflächig Wald vernichtet werde. „Wildeshausen treibt die Planung voran, obwohl kein realer Bedarf für Flächen in der geplanten Größe besteht. Das Angebot im entstehenden interkommunalen Gewerbegebiet Hockensberg ist für den Bedarf Wildeshausens ausreichend“, meint Schultze und fährt fort: „Für erhoffte neue Betriebe sind in der Region reichlich Flächen im Angebot. Neue Industriegebiete führen daher zu ruinöser Konkurrenz. Am Ende werden wertvolle Flächen verramscht und die kommunalen Haushalte schwer belastet.“

Nach Ansicht der Grünen geht es den Wirtschaftsverbänden darum, Flächen auf Vorrat zu fordern, um billig und hochsubventioniert Wettbewerbsvorteile zu erlangen. „Dass stadtnahe Firmenstammsitze nach einer Betriebsverlagerung teuer verkauft werden können, ist für die Unternehmen ein hochattraktives Nebengeschäft. Die Zeche zahlen müssen Umwelt und Steuerzahler“, so die Öko-Partei. Die Behauptung der Mittelstandsvereinigung, neue Gewerbeflächen würden Steuern erwirtschaften und Arbeitsplätze schaffen, teilen die Grünen nicht: „Betriebe, die in neue Anlagen investieren, zahlen mittelfristig kaum Steuern, weil diese zunächst abgeschrieben werden. Außerdem ist zu hinterfragen, welche Art von Arbeitsplätzen in einer Region entstehen sollen, die sich auf die Vollbeschäftigung zubewegt.“ Einziger auswärtiger Interessent für Wildeshausen West sei bislang ein Autohofbetreiber (wir berichteten), so die Grünen. „Soll intakte Natur geopfert werden für einen Autohof, obwohl nur sechs Kilometer weiter an der Autobahn große Rasthöfe liegen? Naturvernichtung für einen Betrieb also, der kaum feste Arbeitsplätze bietet, dafür aber prekäre Billigjobs?“, fragt Schultze.

Statt Druck zu machen für mehr Flächen und mehr Wachstum sollten die Wirtschaftsverbände Lösungen suchen für die wahren Probleme Landschaftsverbrauch, Luftverschmutzung und Klimawandel.

Der Ratsherr sieht mit Wildeshausen-West zudem die Bemühungen um die Entwicklung im Tourismus gefährdet: „An der A1 wird für den Naturpark Wildeshauser Geest geworben, und Millionen Autofahrer nehmen dies positiv auf, nachdem sie zuvor lange durch sterile Gewerbelandschaften an der Autobahn gefahren sind. Dieser Effekt dürfte sich erledigen, wenn in Steinloge das nächste Industriegebiet entsteht.“ Statt mörderischen Wettbewerb um Gewerbeflächen bräuchte die Kreisstadt bedarfsgerechte, interkommunale Planungen, eingebettet in eine nachhaltige regionale Raumplanung. 

dr

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