Historische Fassade vor dem Abriss

Teilweise eingestürzt: Haus von 1897 soll einem Neubau weichen

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Ein historisches Foto mit der alten Windmühle. Damals hieß die Deekenstraße noch Kleinenkneter Straße.

Das Schild des Abbruchunternehmens steht bereits vor dem Haus an der Deekenstraße 15 in Wildeshausen. Das Gebäude ist seit Längerem leergeräumt, und nach Angaben von Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge wird es bald abgebrochen, weil dort ein Wohnhaus mit mehreren Einheiten gebaut werden soll. Die Genehmigung der Verwaltung dazu liegt bereits vor.

Wildeshausen - Beim Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen sorgt die Nachricht, dass das Gebäude aus dem Stadtbild entfernt wird, für großes Bedauern. Es gehört nämlich zu einer Reihe von prägenden Häusern in Wildeshausen rund um das Jahr 1900, die alle über eine charakteristische Giebelfassade verfügen.

„Das Haus wurde 1897 gebaut“, stellten Eva-Maria Ameskamp und Cornelia Harms nach einem Blick ins Register der Oldenburgischen Brandkasse fest. Bauherr war damals Harry Euken. Im Jahr 1925 kaufte der damalige Stadtkämmerer Johann Bernhard Conrad Windeler das Haus, 1962 wurde es weiter verkauft.

Der aktuelle Besitzer ist dem Bürger- und Geschichtsverein nicht bekannt und war auch auf anderen Wegen aus Datenschutzgründen nicht zu ermitteln. Harms hat jedoch beobachtet, dass die Immobilie schon viele Jahre nicht mehr gepflegt wurde und der Dachstuhl teilweise eingebrochen ist.

Heruntergekommen und abbruchreif ist das Haus an der Deekenstraße 15 jetzt.

Das Haus hat seine charakteristische Fassade zur Deekenstraße behalten, steht aber nicht unter Denkmalschutz. „Es ist leider so, dass die Gebäude aus dieser Zeit noch nicht als schützenwert wahrgenommen werden. Sie stehen in keiner Liste“, erklärte Ameskamp. In Wildeshausen seien aus der Jahrhundertwende lediglich die Gebäude an der Deekenstraße 4, am Westertor 8 sowie an der Harpstedter Straße 2 denkmalgeschützt. „Dabei gäbe es viel mehr Häuser in der Stadt, die so prägend sind, dass man sie unter Schutz stellen müsste. Mittlerweile haben wir hier viele Lücken in der Bebauung“, klagte Harms. „Jedes alte Haus, das hier verschwindet, ist ein unwiederbringlicher Verlust für Wildeshausen.“

Die Stadt plant laut einem Beschluss des Rates, in naher Zukunft im Innenbereich alle prägenden Gebäude zu erfassen, um bei Abbruch-- oder Veränderungswünschen schneller klären zu können, welche Häuser schützenswert sind. In einem zweiten Schritt sollen die Besitzer dieser Schmuckstücke dabei unterstützt werden, die Bausubstanz zu erhalten oder zu verbessern. Bis dahin dürfte das Haus an der Deekenstraße allerdings schon Geschichte sein.

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