„Abikropolis“ hat einen Jahrgangsschnitt von 2,6 

98 Götter haben den Olymp verlassen

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98 Abiturienten konnte das Gymnasium Wildeshausen am Freitag verabschieden. Jahrgangsbeste ist Mara Franz (vorne, rechts) mit einem Schnitt von 1,1. 

Wildeshausen - Von Lea Oetjen. Zwölf Jahre ist es her, als das wohl größte Abenteuer ihres bisherigen Lebens begann – das Abitur. So mancher dürfte auch 13 oder gar 14 Jahre gebraucht haben, um ans Ziel zu kommen, aber all das war in dem Moment vergessen, als die 98 Absolventen des Wildeshauser Gymnasiums am Freitag ihr Abiturzeugnis überreicht bekamen.

Nie wieder Hausaufgaben, Daumendrücken für eine Regenpause und Selfies mit den besten Freunden im Toilettenspiegel. Die Vergangenheit wurde damit erfolgreich abgehakt. Doch für viele dürfte hinter der Zukunft noch ein Fragezeichen stehen. Wie mehreren Gesprächen zu entnehmen war, geht es für einige „erst einmal ins Ausland“, und andere wollen „irgendwas mit Medien“ studieren.

„Lieber Schüler“, startete Rektor Ralf Schirakowski seine Begrüßungsrede, ehe er sofort wieder stoppte. Er erklärte, dass er einen großen Fehler gemacht habe und dass alle Anwesenden diese Respektlosigkeit doch bitte entschuldigen sollen. Mit Anspielung auf das Abi-Motto „Abikropolis“ korrigierte er: „Liebe Götter, herzlichen Glückwunsch zum Verlassen des Olymps!“ Von nun an würden die Schüler mit der irdischen Welt, dem echten Leben, konfrontiert werden. Schirakowskis Rede, die das Abi-Motto genauestens analysierte, sorgte für einige Lacher im Publikum.

Auch die Ansprache des stellvertretenden Landrats Günter Westermann, die viele mit vielen Metaphern und Zitaten aus der Fußballbranche gespickt war, fand Anklang. So verglich er zum Beispiel das Abitur mit dem Aufstieg in die Fußballbundesliga. „Nun geht es erst einmal darum, die Klasse zu halten. Wenn alles gut läuft, kann man sich in den nächsten Jahren in Richtung Champions League orientieren“, erklärte er den Heranwachsenden. Zudem sei das Abitur noch lange kein Schlusspfiff zur Aneignung von Wissen. „Denkt dran: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, so Westermann. der seine gelungene Rede mit den Worten „Ich habe fertig“ beendete.

Andrea Grashorn erklärte ihrer Tutorin Lea Kaminiarz ihrer Zukunft anhand einer Flipchart.

Es schloss sich ein Vortrag von Abiturientin Andrea Grashorn und ihrer Tutorin Lea Kaminiarz über das vermeintlich schwierige Thema Zukunft an. „Ich beginne mein Lehramtsstudium. Am 24. Februar 2024 heirate ich meinen Freund Pascal, dann bauen wir ein Haus, kriegen Kinder und pflanzen einen Baum“, antwortete Grashorn zielstrebig auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen. „Jetzt ernsthaft?“, fragte Kaminiarz nach. „Nein, eigentlich habe ich noch absolut keinen Plan. Und Pascal erst recht nicht“, erklärte die Abiturientin und brachte damit das Publikum zum Lachen. Ihr Ziel sei es, in der Zukunft herauszufinden, ob Fische, die bekanntlich im Wasser schwimmen, wirklich nass sind. Die Reaktion ihrer Mitschüler auf diese Aussage ließ erahnen, dass sie sich mit dieser Fragestellung schon des Öfteren beschäftigt haben.

Bei dieser scheinbaren Banalität ist es schwer zu glauben, dass der Jahrgang einen Abiturschnitt von 2,6 aufweist. „Eine hervorragende Leistung“, wie auch Schulleiter Schirakowski fand. An dem guten Endergebnis nicht ganz unbeteiligt waren Mara Franz (Abi-Schnitt 1,1), Jannis Hannekum (1,2), Andrea Grashorn und Frederik Jackstädt (beide 1,4) sowie Sophia von Elbwart als Jahrgangsbeste in Chemie.

Die Zeichen stehen also gut, für eine äußerst erfolgreiche Zeit außerhalb des „Olymps“.

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