Umfrage läuft / Neues System frühestens ab 2021

Gelbe Tonne oder Sack? Der Bürger darf entscheiden

Ist der gelbe Sack ein Auslaufmodell oder wird er durch eine Tonne ersetzt? Die Kunden sollen das nun entscheiden.

Wildeshausen - Jetzt hat der Bürger das Wort. Der Landkreis Oldenburg fragt vom 1. bis zum 31. Juli bei allen Haushalten ab, ob Verpackungsabfälle ab dem Jahr 2021 weiter in gelben Säcken oder in einer Tonne gesammelt werden sollen. Das Umfrageergebnis soll einen maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung des Kreistags Ende September haben.

Zum 1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Das ermöglicht dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, also dem Landkreis Oldenburg, dem „Dualen System“ vorzugeben, wie die Abfälle gesammelt werden sollen. Durch dieses erweiterte Mitspracherecht hat der Landkreis nun die Möglichkeit, den gelben Sack auszumustern. Der Entsorgungsvertrag läuft noch bis Ende 2020.

Im Rahmen der Entscheidungsfindung soll jeder Haushalt eine Stimme abgeben. Ein Votum ist auch für Gewerbetreibende und andere Kunden zulässig. Die Teilnahme ist freiwillig und läuft unter Beachtung des Datenschutzes ab. Die Daten werden spätestens Ende September wieder gelöscht.

Die Umfrage beinhaltet lediglich zwei Fragen: nach der Wohnsituation (Einfamilienhaus oder Mehrparteienhaus) und nach der Entscheidung zwischen den beiden Alternativen – die Abholung der gelben Säcke zweiwöchentlich oder die Leerung einer gelben Tonne vierwöchentlich.

Bei der Einführung einer gelben Tonne fallen keine zusätzlichen Abfallgebühren für die Bürger an, so die Kreisverwaltung. Wie der gelbe Sack werde auch die Tonne von den „Dualen Systemen“ finanziert.

Es gibt einige Argumente für oder gegen Sack und Tonne, die vom Landkreis genannt werden. Die Säcke reißen bei falscher Befüllung, können von Tieren aufgerissen werden, und der Inhalt verschmutzt den öffentlichen Raum. Bei Wind wehen viele Säcke über die Straße. Zudem werden sehr viele Beutel für andere Nutzungen zweckentfremdet, was zu einer hohen Produktion und höheren Entsorgungskosten führt.

Auf der anderen Seite werden Fehlbefüllungen in Säcken besser erkannt. Die Beutel lassen sich meist gut unterbringen, sind leicht zu transportieren, und bei kurzzeitigem Mehrbedarf kann einfach ein weiterer Sack befüllt werden.

Die gelben Tonnen brauchen zusätzlichen Stellplatz und können nur begrenzt Verpackungsabfälle aufnehmen. Weil der Inhalt des Behälters von außen nicht sichtbar ist, wird eine höhere Fehlwurfquote mit Restabfällen befürchtet. Vorteilhaft ist unter anderem, dass mit den Tonnen keine zusätzlichen Kunststoffabfälle durch die gelben Säcke anfallen. Es ist keine Verschmutzung des Grundstücks oder der Straße durch Wind oder Wildbiss zu befürchten. Jeder Nutzer muss nun individuell entscheiden, welche Prioritäten er setzen möchte.

So kann man teilnehmen:

In der Zeit vom 1. bis zum 31. Juli ist die Umfrage online geschaltet unter www.oldenburg-kreis.de/gt.

In den Rathäusern der Gemeinden, den Außenstellen in Sandkrug und Bookholzberg, im Kreishaus und bei den Entsorgungseinrichtungen des Landkreises liegen darüber hinaus vorgedruckte Stimmkarten, die in bereitstehende Urnen geworfen werden können. Zusätzlich kann ein in den Zeitungen abgedruckter Ausschnitt auf eine Postkarte geklebt und an die aufgedruckte Adresse des Landkreises geschickt werden oder der Ausschnitt wird in die erwähnten Urnen geworfen. Außerhalb der Bürozeiten steht ein Briefkasten zur Verfügung.

Sollten diese Möglichkeiten zur Stimmabgabe nicht ausreichen, kann diese per Telefon von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr bei der Kreisverwaltung unter Tel. 04431/85 671 oder per E-Mail an abfallwirtschaft@oldenburg-kreis.de erfolgen. dr

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