Freundesmahl bei der Diakonie Himmelsthür 

Ahrendt-Uhde: Haben für 150 Menschen ein neues Zuhause schaffen können

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Annette Ueberschär, Ines Trzaska (v.l.) und Jörg Ahrendt-Uhde (r.) dankten dem Referenten Dr. Eckhard Schiffer. 

Wildeshausen - Unter dem Motto „Spielen und Genießen“ stand am Freitagabend das Freundesmahl des Fördervereins „Freunde der Diakonie Himmelsthür“ im Festsaal des Hauses „Elisabeth“ auf dem Diakoniegelände in Wildeshausen. Zu den 120 Gästen zählten Honoratioren der Kommunen Wildeshausen, Goldenstedt, Wardenburg und Hatten. Nach der Begrüßung blickte die Vereinsvorsitzende Annette Ueberschär zurück – etwa auf die Einweihung der Nestschaukel oder auch auf die von den Berufsbildenden Schulen für die Diakonie gebaute und am Eingang des Geländes aufgestellte Symbolfigur („Him Thüm“).

Regionalgeschäftsführer Jörg Ahrendt-Uhde erwähnte die zehn Jahre zurückliegende Beauftragung mit der Konversion. „Bis jetzt haben wir zehn Häuser eröffnen und für 150 Menschen ein neues Zuhause schaffen können.“

Damit bleiben von einst 90 Doppelzimmern mit stationärer Betreuung auf dem Diakoniegelände noch 23 übrig, die in den nächsten Jahren ebenfalls aufgelöst werden sollen. Neue Projekte werden in Harpstedt, Kirchweyhe, Hude und Goldenstedt umgesetzt. In Hude wird ein Haus in Kooperation mit der Fachklinik Oldenburger Land (Neerstedt) eröffnet. Das wäre die erste Einrichtung in Deutschland, in der Menschen mit Unterstützungsbedarf und Suchterkrankungen ambulant betreut werden.

In Goldenstedt entsteht in einem Gebäude des Bischöflich Münsterschen Offizialats eine ambulante Betreuungseinrichtung. „Katholiken und Protestanten tun sich hier zusammen. Ich finde das klasse“, so Ahrendt-Uhde. An den Goldenstedter Bürgermeister gewandt, ergänzte er: „Willibald Meyer ist an uns herangetreten mit der Frage: ,Könnt Ihr euch vorstellen, hier mit uns etwas aufzubauen?’“. In Wildeshausen stelle sich die Frage der Nachnutzung des Komplexes an der Dr.-Klingenberg-Straße. „Wenn sich kein Interessent findet, werden die Gebäude abgerissen“, blickte Ahrendt-Uhde in die Zukunft. Er setzte aber gleichzeitig Hoffnungen in das Projekt „Wildeshausen 2030“. Das Diakoniegelände ist als Sondergebiet 2 in das Entwicklungskonzept aufgenommen worden.

Nach einer Stärkung bei einem Suppengang referierte Dr. Eckhard Schiffer aus Quakenbrück, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, über „beglückende Begegnungen“ sowie „die lebenslange Bedeutung des Spieldialogs für psychosoziale und körperliche Gesundheit“. „Jedes Säugetierkind spielt. Schicken Sie Ihre Kinder in die reale 3D-Welt!“, lautet eine Aufforderung des Mediziners. Beim Klettern in Bäumen etwa entstünden Verknüpfungen im Gehirn. Die gleichen Hirnareale würden aktiviert, wenn man diesen Situationen später in Büchern begegne – allerdings nur bei Menschen, die sie zuvor real erlebt hätten.

Das kindliche Urvertrauen, das in den ersten Lebenstagen durch das gegenseitige Anlächeln von Mutter und Kind entstehe, sei ebenso eine Voraussetzung für eine gesunde und glückliche Entwicklung. Ein weiterer Baustein sei das Kohärenzgefühl, das beim gemeinsamen Singen entstehe. Kinder hätten das Bedürfnis danach. Beim Singen und Musizieren werde das Bindungshormon Oxytocin gebildet, der Gegenspieler des – die Immunabwehr schwächenden – Stresshormons Cortisol. Mit Sorge beobachtet Schiffer, dass den Kindern die Lebensfreude immer mehr genommen werde. Das sei der Nährboden für Allergien, Asthma oder auch Essstörungen.

Genießen konnten die Gäste sodann Fischfilet auf glasiertem Wurzelgemüse und Meerrettichsauce, knusprige Entenkeule, Rindertafelspitz, überbackene vegetarische Rote-Beete-Pfanne und vieles mehr. Für den musikalischen Rahmen sorgten Thomas Schlegel und Markus Häger. Der Erlös des Freundesmahls fließt in eine mobile Koch- und Backstation. 

- hri

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