36.000 Euro überwiesen

Stadt schließt Finanzierungslücke auf Gut Spasche

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Gute Laune im Kindergarten „Eulennest“: Die Einrichtung von Gut Spasche ist offenbar bei Eltern beliebt und wird künftig stärker von der Stadt Wildeshausen gefördert.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Das beitragsfreie Kindergartenjahr für Mädchen und Jungen ab drei Jahren macht dem „Eulennest“, dem Kindergarten auf Gut Spasche, zu schaffen. In Unterlagen der Stadtverwaltung ist von einem Minderertrag von 129.400 bis 137.500 Euro pro Jahr die Rede. Die Finanzierungslücke beträgt laut Kämmerer Thomas Eilers aber nur 36.000 Euro. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Verwaltungsausschuss der Stadt kürzlich entschieden, diesen Betrag erst einmal für zwei Jahre zu übernehmen. Allerdings muss Spasche dafür Gegenleistungen erbringen.

So sollen künftig bevorzugt Wildeshauser Kinder in der Einrichtung angenommen werden. Und Gut Spasche ist grundsätzlich bereit, der Stadt dabei zu helfen, mehr Plätze in der Kinderbetreuung anzubieten. Im Gespräch ist eine Waldkindergartengruppe, die geschaffen werden könnte. Die Stadt hat ein massives Problem bei der Versorgung von unter Dreijährigen. Mehr als 50 Mädchen und Jungen stehen auf einer Warteliste.

Das finanzielle Defizit im „Eulennest“ fällt deutlich größer aus als bei Einrichtungen in städtischer oder kirchlicher Trägerschaft. Das liegt daran, dass Spasche höhere Gebühren von den Eltern verlangt. Dafür gibt es allerdings auch mehr Leistungen wie Englischunterricht, Reiten, heilpädagogische Unterstützung und weitere Aktivitäten. Allerdings deckt die vom Land angebotene Finanzhilfe nur das reguläre Angebot ab, was – anders als bei den anderen Kindergärten in Wildeshausen – zu der eingangs erwähnten Deckungslücke geführt hat.

„Die Stadt war sehr kooperativ“, freut sich Spasche-Geschäftsführer Henning Emler von Maydell, der für Freitagvormittag zu einem Pressegespräch eingeladen hatte. Im „Eulennest“ gibt es 64 Plätze, von denen noch zwei frei sind. Künftig würden Wildeshauser Kinder bei der Bewerbung mit höchster Priorität behandelt, verspricht von Maydell. Schon jetzt wohnen 32 der 56 Mädchen und Jungen in der Kreisstadt. Sechs Plätze werden aktuell noch für Nachrücker aus der „Eulennest“-Krippengruppe frei gehalten. Für von Maydell ist es nachvollziehbar, dass die Stadt darauf drängt, mehr Wildeshauser Kinder zu betreuen. Ansonsten würde das Geld aus der Kreisstadt ja für Mädchen und Jungen aus anderen Kommunen fließen.

Allerdings ist der Besuch des „Eulennests“ in Zukunft nicht ganz beitragsfrei. Pro Kind und Monat muss ein Sonderbeitrag in Höhe von 100 Euro gezahlt werden – für die genannten Extraangebote. „In Fällen, in denen Eltern sich das nicht leisten können, müssen wir nach Lösungen suchen“, so von Maydell. Er will sich deswegen ans Land wenden, denn im Schulbereich gäbe es ja auch Ausnahmeregelungen. Zurzeit zahlen Eltern je nach ihrem Einkommen und dem Grad der Betreuung zwischen 136 und 440 Euro pro Monat.

Das Interesse ist offenbar groß. Allein am Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntag seien zehn Anmeldeformulare ausgefüllt worden, berichtet Kindergartenleiterin Katrin Wandschneider. „Und neun von zehn Eltern kommen aus Wildeshausen.“

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