25-Jähriger zündet Matratze im Haus Ammerland an

Feuer in der Himmelsthür: Vier Gruppen evakuiert

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Eine brennende Matratze hat am Dienstagabend für einen Feuerwehr-Einsatz in einem Gebäude der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen gesorgt. Der Einsatz ging glimpflich aus, weil viele Beteiligte richtig reagierten.

Der Alarm wurde um 18.20 Uhr ausgelöst. Ortsbrandmeister Hermann Cordes, der in der Nähe wohnt, fuhr deshalb nicht erst zum Feuerwehrhaus in die Innenstadt, sondern innerhalb von drei Minuten direkt auf das Diakoniegelände zum Haus Ammerland, um die Lage zu checken. Deshalb konnte er gleich per Funkgerät einen Großalarm auslösen, als er erkannte, dass diesmal tatsächlich ein Feuer ausgebrochen war und es sich nicht – wie in den meisten Fällen – um einen Fehlalarm handelte. In der Stadt heulten darauf die Sirenen auf. „Ein Betreuer im ersten Obergeschoss hatte sich vorbildlich verhalten“, so Cordes. Sofort war erkannt worden, dass ein 25-jähriger Bewohner der Einrichtung mit dem Feuerzeug eine Matratze angezündet hatte. Die Zimmertür war angesichts der starken Rauchentwicklung schnell geschlossen, und die erste Etage evakuiert worden.

Das Dachgeschoss wird ohnehin nur tagsüber genutzt und war somit frei von Personen. „Im Hochparterre gab es allerdings noch zwei bettlägrige Personen“, kritisiert Cordes. „Da mussten wir mit Nachdruck die Evakuierung veranlassen. “Die Feuerwehr war mit 33 Einsatzkräften, darunter mehrere Atemschutzträger, vor Ort und löschte schnell sowohl ein brennendes Bett als auch einen Schrank ab. Im weiteren Verlauf wurde das Gebäude mit Druckbelüftern vom Rauch befreit. Da zunächst die Anzahl möglicher Verletzter nicht bekannt war, wurden 50 Rettungskräfte, unter anderem die Einsatzgruppen der Malteser aus Wildeshausen und Ahlhorn, alarmiert. Glücklicherweise wurde letztlich keine Person verletzt. Der Verursacher des Brandes wurde in eine Fachklinik für psychisch Kranke in Oldenburg eingewiesen, in die er dem Vernehmen nach schon mehrmals untergebracht war.

Es gab jedoch in der Vergangenheit keinen Beschluss für eine geschlossene Unterbringung. In dem Haus lebten nach Angaben der Diakonie-Sprecherin Barbara Wündisch-Konz 28 Menschen in vier Wohngruppen. Drei Gruppen konnten ihren Bereich gegen 21 Uhr wieder beziehen. Der Flur im Obergeschoss ist derzeit nicht mehr bewohnbar, sodass drei Frauen und zwei Männer aus der Gruppe Ammerland 2 in anderen Wohnbereichen untergebracht wurden. Am Mittwochvormittag untersuchte die Polizei den Brandort. Nach Angaben der Haustechnik waren im Flur gerade neue Rauchmelder installiert worden. Dennoch kritisierte Cordes gestern erneut die hohe Zahl an Fehlalarmen in der Diakonie.

Insgesamt 20 mal mussten die Wildeshauser Brandschützer im vergangenen Jahr zu Gruppen der Himmelsthür an der Glaner Straße und der Kleinen Straße sowie auf dem Gelände an der Dr.-Klingenberg-Straße ausrücken. Die Feuerwehr wird aktiv, wenn mindestens zwei Rauchmelder anschlagen. Offenbar hat es aber in der Vergangenheit Fehlalarme gegeben, weil die Wartung der Melder nicht ordentlich durchgeführt wurde. „Wenn einem beim Öffnen Fliegen entgegenkommen“, so Cordes, „dann wundert es einen nicht, wenn schneller Fehlalarm ausgelöst wird.“ Im Jahr 2014 sei die Zahl der Fehlalarme nach dem Höchststand von 32 in 2013 mit 15 relativ niedrig gewesen, im vergangenen Jahr wieder höher.

Somit müsse wohl wieder das Gespräch mit der Diakonie gesucht werden. Das geschah bereits am Mittwoch, weil Wündisch-Konz nach dem Gespräch mit der Redaktion bei Cordes anrief. „Wir wollen uns genau abstimmen und die Situation bessern“, sagte sie. Eins sei aber auf jeden Fall klar: die Rauchmelder würden schon jetzt jedes Vierteljahr von einer Fachfirma gewartet. Der Rauchmelder mit den Fliegen sei am 25. März 2015 im Dachgeschoss entdeckt und sofort ausgetauscht worden.

Brand in Wildeshausen

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