Eisdiele

„Dolomiti“ steht vor Neueröffnung

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Die Eiswaffel hängt noch an der Fassade: Schon bald soll das Café „Dolomiti“ wieder eröffnet werden. 

Wildeshausen – Von Dierk Rohdenburg. Die Eisdiele „Dolomiti“ an der Westerstraße in Wildeshausen ist seit dem 1. Oktober geschlossen. Damals hatte der Betreiber scheinbar grundlos Kunden des Café verwiesen und ihnen Hausverbot erteilt. Im Februar soll das Geschäft wieder geöffnet werden.

Die Nachricht vom Verhalten des Pächters machte sogar überregional Schlagzeilen, weil niemand es verstehen konnte. Unsere Zeitung berichtete am 1. Oktober, dass am letzten Septemberwochenende große Verwirrung und Verärgerung in der Eisdiele „Dolomiti“ herrschten. Ein schwerbehinderter Gast durfte weder eine Bestellung aufgeben, noch die Toilette benutzen. Weitere Besucher hatten zwar bereits ihr Eis oder Getränke bekommen, wurden dann aber barsch aufgefordert, zu bezahlen und das Lokal zu verlassen. So berichtete Hans Schrader aus Wardenburg damals, dass er kurz entschlossen einen Cappuccino in der Wildeshauser Innenstadt trinken wollte. „Ich saß im Eiscafé am Tisch und habe bestellt. Da hat mich der Inhaber angesehen und gesagt: Sie bekommen hier nichts. Sie haben jetzt Hausverbot.“ Er sei wie vor den Kopf gestoßen gewesen, so der damals 70-Jährige.

Anschließend war das Eiscafé geschlossen. Der Pächter wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Gründen für sein Verhalten äußern, an der Tür hängt ein Schild mit einem Smiley und der Aufschrift „Geschlossen“.

Seit Oktober: Ein Schild weist auf die Schließung hin.

Das soll sich aber nun bald ändern. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es mehrere Bewerber für den Weiterbetrieb der Eisdiele. Mindestens einer kommt aus Wildeshausen. Der ehemalige Pächter wird dort aber auf keinen Fall mehr Eis servieren. Er hat jedoch die Möglichkeit, sich seinen Nachfolger zu suchen, da er noch über einen Pachtvertrag mit fünf Jahren Laufzeit verfügt.

„Ich bin sicher, dass die Eisdiele im Februar wieder öffnet“, teilte der Besitzer der Immobilie, Herbert Leimkühler, mit. „Es wird in jedem Fall im Sommer hier wieder Eis geben.“ Nach Leimkühlers Aussagen ist das Café eigentlich auch nur für den Eisdielenbetrieb interessant. Der neue Pächter müsste dem alten den Gewerbevertrag und die Zulassung für die Eisherstellung abkaufen. „Zudem sind wir sehr daran interessiert, dass der alte Pächter den Nachmieter mindestens ein Jahr begleitet, um einen guten Übergang zu gewährleisten“, betont Leimkühler.

Dem Vernehmen nach gibt es konkrete Verhandlungen. Es soll auch schon ein Vertrag unterschriftsreif auf dem Tisch gelegen haben. Dann sei die Unterzeichnung aber wegen neuer Forderungen des ächters unterblieben. Angelo Lasagna, der frühere Betreiber der Eisdiele, hat offenbar die Gespräche vorangebracht. Er hatte das Eiscafé mehrere Jahrzehnte geführt, hat aber aus Altersgründen kein Interesse mehr daran, den Laden wieder zu übernehmen.

Klar ist, dass der alte Pächter zunächst einen Vertrag mit den Nachfolger abschließen kann. Leimkühler möchte sich den Neuen dann aber genau ansehen und später einen neuen Vertrag mit anderer Laufzeit abschließen. Er plant nicht, die Pacht zu erhöhen, teilte er mit. Der neue Betreiber solle schließlich gute Chancen haben, wirtschaftlich zu arbeiten und das verlorene Vertrauen zurückzuerobern, hieß es.

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