Millionenschwere Förderung möglich

Darum könnte das Freibad zügig saniert werden

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Vor allem das Nichtschwimmerbecken des Wildeshauser Freibads ist in keinem guten Zustand. Im Zuge der Sanierung könnte es zwar erneuert, aber auch um die Hälfte verkleinert werden. 

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Jahrelang passierte nichts, doch nun geht alles ganz schnell: Weil der Bund eine 45-Prozent-Förderung in Aussicht stellt, könnte das Wildeshauser Freibad zügig saniert werden. Die Politik stellte sich am Donnerstagabend hinter den mehr als fünf Millionen Euro teuren Plan.

Vorgesehen ist, das Nichtschwimmerbecken um die Hälfte zu verkleinern und zu sanieren. Ein großes Planschbecken mit Sonnensegel, ein Spielplatz und Umkleiden auf der Wiese sollen gebaut werden. Zudem würde das Schwimmerbecken renoviert, die 50-Meter-Bahn aber erhalten bleiben. Letzteres ist vor allem für Vereine wegen der Wettkampftauglichkeit des Bades wichtig.

Die Pläne liegen bei der Verwaltung schon seit 2015 in der Schublade, bisher war aber auch vonseiten der Politik die Ansicht vertreten worden, das Freibad erst mal mit möglichst geringem Aufwand betriebsbereit zu halten und abzuwarten. Das Förderprogramm des Bundes, das laut Verwaltung erst seit gut zwei Wochen publik ist, sieht vor, dass bis zum 20. September ein Ratsbeschluss mit einem ausgereiften Konzept vorliegen muss, das dank der Pläne von 2015 ja existiert. Eine Entscheidung über die Vergabe der Mittel soll im Dezember fallen.

„Wenn wir jetzt etwas wollen, dürfen wir nicht rumzappeln, sondern müssen Gas geben“, wählte Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur deutliche Worte. „Es stellt sich die Gretchenfrage: Wollen wir oder wollen wir nicht?“, richtete er sich an die Politik und bat um ein ganz deutliches Signal.

Nur die Grünen nicht dafür

Das bekam er auch: Alle Fraktionen bis auf die Grünen, die sich enthielten, stimmten dafür, die Fördergelder einzuwerben und das Freibad zu sanieren. „Auf diese Chance haben wir gewartet“, sagte Jens-Peter Hennken (CDW). „Wie wollen wir den Bürgern verkaufen, dass wir Geld für ein Urgeschichtliches Zentrum, aber nicht fürs Freibad haben?“, fragte er rhetorisch.

Rainer Kolloge (UWG) sprach angesichts der unvermuteten Fördermöglichkeit von einer „wunderbaren Situation, dass wir die Schublade voller Pläne haben, wie wir das Bad gestalten können“. Allerdings schlug er vor, sich aufs Becken zu konzentrieren und weitere Arbeiten hintenanzustellen. Baudezernent Manfred Meyer informierte allerdings, dass „wir ein Gesamtpaket vorlegen müssen, sonst sind wir nicht innovativ“. Letzteres ist Bedingung, um Geld vom Bund zu kriegen.

Auch Arne Peters von den Liberalen sah eine „absolut historische Chance, um unser Freibad kosteneffizient auf den neuesten Stand zu bringen“.

Inzwischen Kosten von mehr als 5 Millionen Euro

Einzig Grünen-Ratsherr Klaus Schultze teilte die Euphorie seiner Kollegen nicht so ganz. Auf seine Nachfrage ging die Verwaltung auf die Kosten ein. „2015 wurden die Ausgaben auf knapp 3,8 Millionen Euro geschätzt“, so Baudezernent Meyer. „Inzwischen sind es aber mehr als fünf Millionen Euro durch Kostensteigerungen bei der Technik.“

Zahlen, die die Politik nicht abschreckten. In den kommenden vier Wochen soll der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur erneut tagen, gemeinsam mit dem Ausschuss für Finanzen, Controlling und Wirtschaft. Im Anschluss soll das Thema nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss beraten werden, bevor der Stadtrat zusammenkommt. Drei Sondersitzungen also, damit der „Durchmarsch“ (O-Ton Ufferfilge) zum Antrag auf Fördergelder gelingt. Bleibt zu hoffen, dass dann ein positiver Bescheid unterm Weihnachtsbaum liegt.

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