Brennpunktprojekt soll Zusammenhalt an der Hermann-Ehlers-Straße stärken

Gemeinsam gärtnern, um Grenzen zu überwinden

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Joachim Dornbusch (BassHum), Fadime Demir, Ralf Wübbeler und Michaela Kurwinkel (v.l.) an einem der Beete, die von den Anwohnern der Hermann-Ehlers-Straße bepflanzt wurden. 

Wildeshausen - Salat, Radieschen, Wurzeln, Tomaten und Gurken wachsen seit wenigen Wochen in zwölf Hochbeeten, die an einem sehr ungewöhnlichen Platz in Wildeshausen stehen: Auf der Wiese vor den Wohnblöcken an der Hermann-Ehlers-Straße.

Die Beete entstanden im Rahmen eines Projektes, das die Mitarbeiter des Treffpunktes „Mittendrin“ schon ein wenig länger geplant hatten. „Wir möchten gerne, dass die Anwohner hier mehr Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen“, so die Integrationsfachkraft der Stadt, Michaela Kurwinkel. Da Wildeshausen bis zu 5 000 Euro Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte in Niedersachsen einwerben konnte, war es möglich, Material zum Bau der Hochbeete zu kaufen. Unter der Leitung von Pädagogin Fadime Demir wurden die zwölf Einfassungen mit den Anwohnern gefertigt. „Wir bedanken uns bei der Eigentümergemeinschaft, die das Projekt unterstützt“, betonte Fachbereichsleiter Ralf Wübbeler.

Nachdem die Beete gebaut waren, karrten die Anwohner viel Laub heran, um eine Grundlage zu schaffen. „Es stellte sich aber die Frage, woher wir die Erde bekommen“, berichtete Kurwinkel am Mittwoch im Rahmen eines Pressetermins. Auf Anraten des Bauhofes meldete sie sich bei der Humus-Vermarktungs-Gesellschaft „BassHum“ und bekam die schöne Nachricht, dass man dort die Erde sponsern werde. Rund 5 400 Liter Kompost sowie torffreie Erde lieferte „BassHum“ kostenlos.

Damit war ein Lerneffekt verbunden, denn die Hobbygärtner erfuhren, dass gewöhnliche Blumenerde zu großen Teilen aus Hochmoortorf besteht. Diese wertvollen Lebensräume werden Stück für Stück zerstört, zudem entsteht bei der Zersetzung des Torfes sehr viel klimaschädliches Kohlendioxid.

In den vergangenen Wochen haben die Anwohner die Erde in die Beete eingebracht, Samen und Setzlinge sowie Gartengeräte gekauft. „Auch aus unserem Etat konnten wir einiges besorgen“, berichtete Kurwinkel. Ziel sei es, dass die Anwohner auf den Bestand der Beete achten und die Pflege übernehmen. Selbstverständlich soll nur derjenige ernten können, der gepflanzt und gehegt hat.

Um die Gemeinschaft an der Straße weiter zu stärken ist geplant, eine Sitzgruppe zu bauen und diese vor den Häusern aufzustellen. So können die Bewohner vieler Herren Länder – neben Deutschland sind das beispielsweise der Irak, Afghanistan, Bulgarien oder Syrien – sich dort treffen und besser kennenlernen. - dr

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