80.000 Euro Förderung des Denkmalschutzes 

Wildeshausen bezuschusst Sanierung der Villa Knagge

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Balkon und Eingangsbereich der Villa Knagge sind aus Holz gefertigt und stark sanierungsbedürftig.

Wildeshausen - So viel Lob und Begeisterung wie am Donnerstagabend schlägt einem Investor selten im Wildeshauser Stadtrat entgegen. Die Pläne von Fritz-Dieter Nordmann, die Villa Knagge an der Ahlhorner Straße denkmalgerecht zu sanieren und dort ein Braugasthaus einzurichten, stießen bei allen Fraktionen auf große Zustimmung.

Von daher war es auch nicht strittig, dass die Stadt Wildeshausen 80.000 Euro für die Sanierung der Fassade des Denkmals als nicht rückzahlbaren Zuschuss gibt. Gleichfalls verwahrten sich alle Ratsmitglieder gegen in sozialen Netzwerken geäußerte Kritik, dass man auf diese Weise eine verdeckte Wirtschaftsförderung betreiben würde.

„Der Investor muss unterstützt werden“, betonte Stephan Dieckmann (SPD) am Donnerstagabend. Und Stephan Rollié (CDW) bekannte, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen sei, als er gehört habe, dass ein „Investor und Idealist“ gefunden wurde.

Auch Rainer Kolloge (UWG) zeigte sich „froh und dankbar“. Bei der Sanierung der Villa Knagge handele es sich um ein „Leuchtturmprojekt“. „Wir werden in der Stadt wohl noch mehr Rettungsmaßnahmen benötigen“, so Kolloge, der auch die Nachnutzung als sehr sinnvoll empfand. „Das wird funktionieren“, sagte er.

Einige Kritik gab es am Vorbesitzer, der Stiftung Johanneum. „Jahrzehntelang die Immobilie genutzt und keine Investitionen getätigt“, warf Hermann Hitz (UWG) der Stiftung vor. Man habe das Objekt „ausgesaugt, so lange es geht“. Kreszentia Flauger (Linke) zeigte „kein Verständnis für die deutliche Vernachlässigung“ durch die Stiftung, und Jens-Peter Hennken (CDW) erklärte, dass öffentliche Kritik an der Stiftung zulässig sein müsse. Der vom Rat bewilligte Betrag sei nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“. Er befürchte deutlich höhere Ausgaben für Nordmann.

Das bestätigte der Investor indirekt. Es habe mehrere Experten gegeben, die vor einer aufwendigeren Sanierung gewarnt hätten. „Es ist eine Herkulesaufgabe und ein ungewisser Weg. Aber wir wollen das stemmen“, so Nordmann. Bislang sei er noch nicht per Unterschrift Besitzer der Immobilie, aber er sei sehr zuversichtlich, dass alles klappt. Zudem wolle er noch weitere Zuschüsse, zum Beispiel von Stiftungen, einwerben, da die Sanierung 1,75 Millionen Euro koste. „Ende 2019 wollen wir unser Braugasthaus eröffnen“, sagte Nordmann.

dr

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