Hohe Kosten für Grundstücksbesitzer

Anlieger „An der Flachsbäke“ wehren sich gegen Ausbau

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Die Straße „An der Flachsbäke“ soll ausgebaut werden. Dafür müssten die Anlieger tief in die Tasche greifen. 

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die Straße „An der Flachsbäke“ im Norden Wildeshausens, an der Grenze zur Gemeinde Dötlingen, soll ausgebaut werden. Das plant die Stadt, die die Anlieger für 90 Prozent der Kosten zur Kasse bitten will, weil es sich um einen erstmaligen Ausbau handelt. Die Anlieger müssten je nach Variante entweder 5,33 oder 7,83 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche zahlen. Und dagegen regt sich Widerstand.

„Der überwiegende Teil der Anwohner ist kaum in der Lage, die anfallenden Kosten aufzubringen“, sagt Sven Böcker im Namen seiner Nachbarn. Da es nur zwölf Anlieger an der Straße gibt, sind diese verhältnismäßig stärker betroffen als an Wegen mit 30 oder mehr Grundstücken. 

Die Anlieger lehnen laut Böckers Einschätzung einen Ausbau ab und fordern die Herstellung des Zustands von vor der Fräsung Anfang des Jahres. Dabei habe es sich um eine „Nacht-und-Nebel-Aktion“ gehandelt, regt sich Böcker immer noch auf. Mitarbeiter der Stadt hätten die Asphaltdecke entfernt, „die nicht gut war, uns aber gereicht hat“. Er stellt einen Vergleich an: „Das ist so, als ob man einem gesunden Menschen die Zähne zieht und dann sagt: Jetzt brauchst du eine Prothese.“

Als Alternative bringen Böcker und seine Mitstreiter eine beitragsfreie Instandhaltung wie am Bauernmarsch- und am Ochsenbergweg ins Gespräch. Auch dort hatten sich die Anwohner gegen den Erstausbau gewehrt.

Dieses Foto eines Anwohners zeigt, wie die Straße nach einem Regenschauer aussieht. Das soll an den Fräsarbeiten der Stadt liegen.

Die Stadt will die langfristigen Unterhaltungskosten durch den Ausbau senken. Die Verwaltung bilanziert für die Jahre von 2012 bis 2018 insgesamt Ausgaben von 12.626 Euro. Sollte die Maßnahme umgesetzt werden, verringern sich diese erheblich, hofft die Stadt.

Das Ingenieur-Büro Huck hat der Stadt zwei Varianten für den Ausbau vorgeschlagen. Für die Pflasterbauweise mit beidseitigem Bordstein würden insgesamt 135.000 Euro fällig. Jeder Anwohner müsste 7,83 Euro pro Quadratmeter Grundstück bezahlen. Variante zwei beinhaltet eine Deckschicht aus Asphalt mit einer Abstufung an jeder Seite. In diesem Fall müssten die Anlieger 5,33 Euro pro Quadratmeter aufbringen. Die Gesamtkosten würden sich auf 92.000 Euro belaufen. 

Beide Alternativen verzichten auf eine Straßenbeleuchtung und schließen eine Verlängerung der Zufahrten auf die Fahrbahn aus. Diese müssten die Eigentümer finanzieren. Das ist der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstag, 18. Oktober, ab 18.15 Uhr im Stadthaus zu entnehmen.

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