Lange Zeit wurden die Knochen in der Alexanderkirche aufbewahrt

Alexanders-Armreliquien reisen nach Kalkriese

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Eindrucksvoll sehen sie aus: Die Armreliquiare des Alexanders, die bald in Kalkriese ausgestellt werden.

Wildeshausen/Vechta - Von Torben Siemer. Eine wertvolle Fracht machte sich am Donnerstag auf den Weg von Vechta nach Kalkriese. Die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt leiht dem Varusschlacht-Museum die Armreliquiare des heiligen Alexanders, nach dem die Alexanderkirche in Wildeshausen benannt ist. Dort werden sie im Rahmen der Sonderausstellung „Götter, Glaube und Germanen“ präsentiert, die am Sonnabend, 28. April, eröffnet wird.

Die Schau soll einen umfassenden Überblick über die Erkenntnisse zum Glauben und zur religiösen Praxis der Germanen in Norddeutschland und Dänemark im ersten Jahrtausend nach Christus geben.

Andreas Kirsch, Küster in der St.-Georg-Kirche Vechta, erwartete die drei Gäste aus dem Norden des Landkreises Osnabrück bereits. Restauratorin Christiane Matz, die wissenschaftliche Volontärin Nathalie Boes und Caroline Flöring, beim Museum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hatten sich am Vormittag nach Vechta aufgemacht.

Kirsch hatte die beiden unterarmgroßen Behältnisse schon in der Sakristei bereitgestellt, sodass Matz und Boes sie nur noch einpacken mussten. Das allerdings sehr vorsichtig: Die Transport-Box war mit Kissen ausgelegt. „Diese sind speziell für diesen Zweck angefertigt und passen sich den Objekten genau an“, erklärte Matz. Behutsam platzierten Kirsch und Matz die Reliquiare auf der weichen Unterlage. „Das ist eines der größten der rund 200 Stücke, die zu sehen sein werden“, sagte Boes, die an der Entwicklung der Ausstellung mitarbeitet. Matz betreut den überwiegenden Teil der Transporte, die Ausstellungsstücke nach Kalkriese bringen – und natürlich auch, wenn sie den Museumspark verlassen. So reiste sie etwa gemeinsam mit der namensgebenden Varus-Maske nach Paris, als diese im Louvre ausgestellt wurde.

Himmelfahrt wieder in Vechta

„Aufbewahrt werden die Reliquiare bei uns in einem besonders gesicherten Tabernakel am Josefsaltar“, erklärte Kirsch, nachdem die Transport-Kiste sicher verschlossen war. Dieses Tabernakel werde nur an hohen christlichen Feiertagen geöffnet, also an Ostern, Pfingsten, Fronleichnam und Weihnachten. Und zur Himmelfahrtsprozession. Dort werden die aus Eichenholz und vergoldetem Silberblech hergestellten „Arme“ feierlich durch die Stadt getragen.

Das soll auch in diesem Jahr der Fall sein – deshalb kehren die Behältnisse, in denen sich Knochen des heiligen Alexanders befinden, rechtzeitig zum Himmelfahrtswochenende in die Vechtaer Propsteikirche zurück. Ursprünglich waren sie zum Ende des 17. Jahrhunderts nach Vechta gekommen, nachdem sie zuvor lange in Wildeshausen gelagert waren.

Im Anschluss an die Prozession machen sich die Reliquiare ein zweites Mal auf den Weg nach Kalkriese, wo sie bis zum Ende der Ausstellung am 28. Oktober verbleiben.

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