Anwohner genervt

Wildeshausen: Ärger über Hundehaufen auf der Auffahrt

Nadine Meier aus Wildeshausen ärgert sich über Hundekot auf ihrem Grundstück.
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Nadine Meier aus Wildeshausen ärgert sich über Hundekot auf ihrem Grundstück.

Hundehaufen auf dem Gehweg und der Auffahrt: Der Wildeshauserin Nadine Meier reicht es. Sie will die Hinterlassenschaften nicht mehr dulden.

Wildeshausen – Natürlich ist es irgendwie banal, aber wer hat sich denn nicht schon mal geärgert, weil er in einen Hundehaufen getreten ist? Vor allem, wenn die stinkende Hinterlassenschaft auf dem eigenen Grundstück liegt. Bei Nadine Meier ist das in letzter Zeit häufiger vorgekommen.

Die Wildeshauserin wohnt an der Straße „Am Rennplatz“ beim Fillerberg. Immer wieder nutzen Hunde ihre Auffahrt, um sich zu erleichtern. Gegenüber vom Haus liegt ein Grünstreifen, der offenbar ausgiebig zum Gassigehen genutzt wird. Und da verirrt sich dann hin und wieder mal ein Hund auf ihr Grundstück.

Stadt Wildeshausen ist nicht zuständig

Meier ist wahrscheinlich nicht die einzige Anwohnerin an der Straße, die von dem Problem betroffen ist. Ihre Nachbarn würden sich auch über die extrem hohe Anzahl an Hundehaufen aufregen, berichtet sie. „Die Gehwege und der Grünstreifen gegenüber von meinem Grundstück sind übersät mit Hundehaufen, weil es einige Halter nicht für nötig halten, den Kot wegzuräumen. Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit, aber auch um Gleichgültigkeit gegenüber der Allgemeinheit, das ist einfach ein unmögliches Verhalten“, ärgert sich Meier. Unsere Zeitung hat mit den Behörden über das Problem gesprochen und auch den Rat einer erfahrenen Hundetrainerin eingeholt.

Die Haufen liegen auch auf dem Gehweg vor dem Haus an der Straße „Am Rennplatz“, das Nadine Meier bewohnt.

Erster Ansprechpartner ist die Wildeshauser Stadtverwaltung, die allerdings gar nicht zuständig ist, wie Stadtsprecher Hans Ufferfilge informiert. Zwar gehört der Grünstreifen der Kommune, aber „bei derartigen Hinterlassenschaften handelt es sich um Abfall. Hinsichtlich der Beseitigung/Ahndung derartiger Vorfälle wäre der Landkreis Oldenburg zuständig“. Was die Hundehaufen auf der Auffahrt angeht, teilt er mit: „Hinterlassenschaften auf unter anderem Hofeinfahrten berühren das Privatrecht. Die Stadt kann hier nicht einwirken.“ Allerdings stehen insgesamt 16 Hundekotbeutel-Spender im Stadtgebiet zur Verfügung: vier im Bereich der Burgwiese, zwei bei den Wallanlagen sowie jeweils einer im Krandel, am Gildeplatz, an der Hunte bei der Eichendorffstraße, beim „Waldschlösschen“, beim Bibelgarten und der Hundefreilauffläche. Hinzu kämen noch einige in Wohngebieten.

Landkreis Oldenburg rät zu Gesprächen

Beim Landkreis kennt man die Rechtslage und auch das Problem. „Hundekot ist Beseitigungsabfall im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes“, heißt es vom Ordnungsamt. Der Bußgeldrahmen für eine nicht ordnungsgemäße Beseitigung liegt bei 50 bis 100 Euro. Grundsätzlich stellt die Behörde fest, dass der Landkreis bei Hundekot im Wald und in der freien Landschaft keiner Entsorgungspflicht unterliege, da Menschen in der Regel nicht damit in Kontakt kommen würden und somit nicht von einer Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit auszugehen sei. Allerdings: „Wenn uns ein konkreter Fall genannt und der Täter benannt werden kann, können wir tätig werden. Zur Durchführung eines solchen Ordnungswidrigkeitsverfahrens benötigen wir eine schriftliche Anzeige mit dem Namen des Hundehalters, sowie Zeitpunkt und Ort der Verschmutzung“, so das Amt, das pro Jahr in kleiner einstelliger Anzahl Beschwerden in dieser Hinsicht erhält.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Oldenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Zum konkreten Fall „Am Rennplatz“ heißt es: „Eine Beseitigungsverfügung kommt hier wegen des nicht gerechtfertigten Aufwandes nicht in Betracht. Daher kann nur das Ziel der Maßnahme sein, den Hundehalter zukünftig zu einem ordnungsgemäßen Verhalten zu veranlassen. In den meisten Fällen reicht hier ein ermahnendes Schreiben – unter Androhung der Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens im Wiederholungsfalle – aus.“ Im vergangenen Jahr habe es eines dieser Schreiben gegeben, teilte das Amt mit, ohne den betroffenen Ort zu nennen. Nur bei Wiederholungstätern und dem Liegenlassen des Hundekotes an besonders sensiblen Stellen wie Kinderspielplätzen werde direkt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Stadt könnte eine Satzung erlassen

Auch wenn die Stadt nicht zuständig ist, verweist der Landkreis auf eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Abschließend sei erwähnt, dass die Gemeinden Straßensatzungen erlassen haben, nach denen die Anlieger bestimmter Straßen bestimmten Reinigungspflichten unterliegen und bei Verletzung ihrer Verkehrssicherungspflicht in Anspruch genommen werden können. Das könne im Falle von Hundekot auf Geh- und Radwegen von Bedeutung sein, wenn kein Verursacher zu ermitteln ist.

Ärgerlich: Fremde Hunde, die auf dem eigenen Grundstück Haufen hinterlassen. In vielen Wildeshauser Gärten stehen Schilder mit Mahnungen für die Hundebesitzer.

Allerdings sei es in vielen Fällen sehr viel besser und wirksamer, wenn die Bürger untereinander und direkt das persönliche Gespräch suchen und freundlich darum bitten, die Reinigung an Ort und Stelle vorzunehmen. Hinweisschilder können auf das Problem aufmerksam machen, rät der Kreis.

Hundetrainerin gibt Tipps

Noch besser wäre es natürlich, wenn die Tiere gar nicht erst auf Gehweg und Auffahrt machen würden. Die Wildeshauserin Nina Hohendahl ist Hundetrainerin und -verhaltenstherapeutin. Es gehöre sich für Hundebesitzer, den Haufen wieder wegzumachen, betont sie. Deswegen solle man immer ein Tütchen dabei haben.

Damit es aber gar nicht erst dazu kommt, dass sich das Tier an ungewollter Stelle erleichtert, hat Hohendahl einen Trick: „Beim Welpen sucht man sich eine Ecke im Garten, in der er koten darf. Dann wartet man, bis er es tut, sagt dann ,Häufchen‘ und lobt das Tier.“ Mit der Zeit würden die Hunde das Kommando mit der Tätigkeit verknüpfen. Natürlich klappe das nicht immer. Einige Hunde bräuchten ja beim Gassigehen erst etwas Bewegung, bevor sie ihren Haufen absetzen können.

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