80 Kundgebungsteilnehmer gegen „Abendspaziergänge“ in Wildeshausen

„Starkes Zeichen der Solidarität“

Diskussion der Polizei mit Kerzenträgern: Sie durften ohne Masken nicht den Marktplatz betreten.  dr
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Diskussion der Polizei mit Kerzenträgern: Sie durften ohne Masken nicht den Marktplatz betreten.

Wildeshausen – Die Reihe der „Abendspaziergänge“ sowie der Gegenkundgebungen fand am Montag im Landkreis Oldenburg und in der Stadt Delmenhorst ihre Fortsetzung. Allerdings gab es in mehreren Kommunen erstmalig die Auflage der Polizei, dass sich die Versammlungsteilnehmer an die Mund-Nasenschutzpflicht hielten. Diese Vorsorgemaßnahme war in den vergangenen Wochen von den Teilnehmern an den „Abendspaziergängen“ weitgehend ignoriert worden.

In Wildeshausen liefen gegegen 17.30 Uhr mehrere Personen mit großen Kerzen durch die Innenstadt, wurden dann allerdings von der Polizei angehalten, bevor sie den Marktplatz betreten konnten. Es kam zu einigen Diskussionen, während vor dem Rathaus eine Kundgebung startete, die vom Bündnis „Mit Courage gegen Rechts“, der SPD, der Jusos sowie der Grünen und der Linken angemeldet worden war. Die Polizei achtete sorgsam darauf, dass niemand ohne Maske den Marktplatz betrat, was bei manchen Gegnern der Corona-Maßnahmen auf Unverständnis stieß. Die Kameras der Polizei wurden jedoch nicht angeschaltet.

Unterdessen zeigte sich Versammlungsleiterin Majken Hjortskov (Grüne) erfreut darüber, dass 80 Personen zur Kundgebung gekommen waren und ein „starkes Zeichen der Solidarität“ setzten. Gleichzeitig regte sie ebenso wie Ralf Beduhn von „Mit Courage gegen Rechts“ und Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an, kreative Formen der Präsenz gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen zu finden. Klar sei, dass man jeden Montag ein Zeichen gegen die „Abendspaziergänge“ setzen wolle – und gegen die Agitation der AfD, bei denen es in Teilen als verweichlicht gelte, sich impfen zu lassen. Hjotskov forderte die Solidarität gerade mit älteren Menschen ein, die durch Corona besonders gefährdet seien. Sie rief zu einer Schweigeminute für die Toten der Corona-Pandemie auf.  

„Abend-Spaziergänge“ in mehreren Orten

Die Polizei berichtete am Montagabend über unangemeldete Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen in Delmenhorst, Hude, Ganderkesee, Ahlhorn, Nordenham und Brake mit rund 800 Teilnehmern.

In Delmenhorst gab es eine Anmeldung für eine Gegendemonstration des „Breiten Bündnisses gegen Rechts“. Etwa 120 Personen schlossen sich an und bildeten eine „Menschenkette“. In Hude gab es eine unangemeldete Gegendemonstration mit etwa zehn Teilnehmenden.

„Insgesamt waren während der Versammlungsabläufe keine Ausschreitungen zu verzeichnen. Aufgrund der Aufzüge kam es teilweise zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen“, so die Polizei.

Polizei setzt Kameras ein

Trotz mehrfacher Aufforderungen durch die eingesetzten Beamten hielt sich die Mehrheit der Teilnehmenden an den „Abendspaziergängen“ weder an die Maskenpflicht, noch an die Abstandsgebote, sodass an mehreren Versammlungsorten für die Verfolgung der Ordnungswidrigkeitenverfahren Videotechnik angewandt wurde. Entsprechende Verfahren werden geprüft, heißt es von der Polizei.

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