Anfahrtszeiten der Feuerwehren errechnet

„Flächendeckend gut versorgt“

Viele Feuerwehrfahrzeuge vor einem Gebäude. aus dem Rauch dringt.
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Bei Bränden ist Eile geboten. Die Effektivität eines Einsatz hängt von noch vielen weiteren Faktoren ab.

Landkreis/Köln – Keine Frage: Bei Einsätzen der Feuerwehr ist nicht zuletzt die Zeit entscheidend, die vom Hilferuf bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vergeht. Je schneller, umso besser. Wie sieht es im Landkreis Oldenburg aus? Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat auf im Internet hinterlegte Daten zugegriffen und daraus die Anfahrtszeiten für allen Gemeinden in Deutschland errechnet.

Dies sind die kalkulierten Fahrtzeiten – vom Ausrücken am Feuerwehrhaus bis zum Eintreffen am Einsatzort – für die Kommunen im Landkreis Oldenburg:

Wardenburg : 7,9 Minuten;  Hude: 7,7 Minuten; Ganderkesee: 6,7 Minuten;  Hatten : 6,7 Minuten;  Dötlingen: 7,2 Minuten; Großenkneten: 8,5 Minuten; Wildeshausen: 7,8 Minuten; Winkelsett: 10,8 Minuten; Beckeln: 6,8 Minuten; Kirchseelte: 6,4 Minuten; Dünsen: 7,2 Minuten;  Prinzhöfte: 6,9 Minuten; Colnrade: 6,3 Minuten; Groß Ippener: 6 Minuten; Harpstedt: 3,9 Minuten.
Damit liegen die meisten Gemeinden in der drittbesten der in den vom IW angenommenen sechs Kategorien (5 bis 7,5 Minuten).

Für die Studie haben die IW-„Big-Data“-Experten Geokoordinaten von rund 26 000 Feuerwehren, die im Datensatz von „Open Street Map“ hinterlegt sind, berücksichtigt. Dabei berechneten sie, wie lange die reine Fahrtzeit ohne Stau oder andere Hindernisse zu 95 Prozent der Haushalte in der jeweiligen Gemeinde dauert. Für die IW-Auswertung wurden von jedem Punkt die drei geografisch nächstgelegenen Feuerwachen in Betracht gezogen. Die daraus resultierenden kürzesten Zeiten wurden für die Berechnungen auf Gemeindeebene verwendet.

Diese Auswahl sei natürlich auch eine Schwäche des Ansatzes, erklärt Dr. Henry Goecke, Leiter der Forschungsgruppe „Big Data Analytics“, im Gespräch mit unserer Zeitung. Sollten Feuerwachen nicht hinterlegt sein, könnten längere Zeiten als die tatsächlich wahrscheinlichen ausgegeben werden. Wie ihm Feuerwehrleute aus anderen Gegenden rückgemeldet hätten, seien andererseits auch Stationen berücksichtigt worden, die es gar nicht mehr gebe. Ein zukünftiges Ziel sei daher, die Berechnungen mithilfe einer zweiten Datenquelle noch zu präzisieren.

Eine solche Auswertung sei eben immer nur so gut wie der Datensatz, der ihr zugrunde liegt, erläuterte Dr. Goecke. Und generell seien die ausgeworfenen Angaben nur Richtwerte, die etwa den Weg der Feuerwehrleute zum Gerätehaus nicht berücksichtigen könnten. Daher gelte: „Man muss mit der Interpretation vorsichtig sein.“ Gleichwohl: „Ich hätte gedacht, dass es in der Fläche längere Anfahrtzeiten gibt“, so der Forscher, der nach eigenen Angaben früher selbst einmal im Rettungsdienst aktiv war. Und das sei eine positive Erkenntnis der IW-Analyse: Nämlich, dass selbst ländliche Bereiche in der Regel „flächendeckend gut versorgt“ sind. Und dies sei nur möglich, weil dort ehrenamtliche Feuerwehrleute zur Verfügung stehen und sich engagierten.

Frank Hattendorf, stellvertretender Kreisbrandmeister aus der Gemeinde Hude, hält diese Art der Auswertung auf Nachfrage für „nicht ganz seriös“ – und zudem wenig aussagekräftig: gehe es letztlich nur um die Entfernung zwischen Feuerwehrstandort und zu erreichendem Ziel. Es gebe kreisweit 31 Feuerwehren, die sich gar nicht über solche theoretischen Werte miteinander vergleichen ließen. In die Einsatzrealität spielten viele Variablen hinein, etwa wie schnell die Einsatzkräfte startbereit seien, so Hattendorf. Bei der Feuerwehrbedarfsplanung kämen ganz andere Rechenmodelle zum Einsatz.

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