Auf Streife mit dem Kontaktbeamten

„Wie ist es so, Polizist zu sein?“

Matthias Grafe auf dem Wildeshauser Wochenmarkt.
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Ansprechpartner für die Wildeshauser Bürger: Matthias Grafe geht jeden Donnerstag über den Wochenmarkt.

Er ist durch und durch „Freund und Helfer“ und der letzte Polizist, der nach dem Wegzug des Reviers dauerhaft Präsenz in der Wildeshauser Innenstadt zeigt: Matthias Grafe ist seit April Kontaktbeamter. Nur: Was macht ein Kontaktpolizist eigentlich? Was sind die Belange der Wildeshauser? Und wie gefällt Grafe seine Arbeit? Unsere Zeitung war mit ihm auf Streife.

Wildeshausen – „Die Maskenpflicht ist wohl das Hauptthema in den vergangenen Monaten gewesen“, fängt Grafe an zu erzählen, während er am Donnerstagvormittag seine Runde über den Wochenmarkt dreht. „Die Lage mit den wechselnden Bestimmungen ist für viele Menschen unübersichtlich.“ Aber gerade deshalb sei es wichtig, Ansprechpartner zu sein und mit den Leuten zu reden, so der 55-Jährige weiter.

Dass die Wildeshauser den Kontaktbeamten gut annehmen, wird spätestens ersichtlich, als eine ältere Dame den Uniformierten anhält und ein Schreiben eines vermeintlichen Inkassobüros hervorholt. „Damit habe ich nichts zu tun, ich habe keine Schulden“, erklärt sie. Seit einigen Wochen bekomme die Frau Anrufe von der Firma. Nun habe sie ein Schreiben zu angeblich ausgebliebenen Zahlungen erhalten. Sie ist sich sicher, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt. „Ich habe einen Artikel gelesen, dass Betrüger gerade mit solchen Schreiben an Geld kommen wollen. Was soll ich jetzt machen?“, fragte sie Grafe. „Am besten erst einmal Widerspruch einlegen. Damit sind Sie auch rechtlich erst einmal abgesichert“, weiß der Polizist sofort Rat. Sie könne auch gern mit in sein Büro ins Stadthaus kommen. Denn der Beamte nimmt dort auch Anzeigen aus der Bevölkerung auf.

Polizeiliche Präsenz zeigen

Im weiteren Verlauf seiner Runde erklärt er einer Frau, dass sie mit ihrem Auto zu schnell in dem verkehrsberuhigten Bereich unterwegs ist, und führt immer wieder Gespräche mit den Marktstandbetreibern. Auch ein Kind geht auf ihn zu und fragt: „Entschuldigung, wie ist es so, Polizist zu sein?“ Grafe erwidert: „Oh, es macht großen Spaß. Aber man muss den Menschen auch immer sagen, was sie falsch machen.“ Nach dem Gespräch verrät der Beamte, dass er den Kontakt mit den Leuten zu schätzen weiß. „Es ist schön, ein offenes Ohr für die Menschen zu haben.“ Da der 55-Jährige verschiedene Routen durch Wildeshausen abläuft, ist er manchmal auch an Kindergärten und im Burgpark anzutreffen. „Es geht darum, dort polizeiliche Präsenz zu zeigen“, erzählt er. Auch die morgendliche Sicherung der Schulwege gehört zu seinen Aufgaben.

Ich mag die Arbeit hier im Stadtgebiet. Ich habe es nicht bereut, wieder hergekommen zu sein.

Matthias Grafe, Kontaktpolizist

Einige Wildeshauser kennen Grafe von früher. Der Polizist, der mit seiner Frau in Bakum im Landkreis Vechta lebt, war 20 Jahre im Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariates Wildeshausen tätig. Die vergangenen zwölf Jahre war er auf der Polizeistation Ahlhorn. „Nun habe ich aber keine Schichtarbeit mehr, was wirklich toll ist“, sagt Grafe. Ihm gefalle aber auch die Vielseitigkeit seiner Aufgaben „und dass hier eine Ansprechperson gebraucht wird, sieht man ja“. Nach ein paar Monaten ist er sich sicher: „Ich mag die Arbeit hier im Stadtgebiet. Ich habe es nicht bereut, wieder hergekommen zu sein.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Oldenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Im Stadthaus ist Grafe montags bis mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 12.30 Uhr anzutreffen. Zudem ist er auch telefonisch unter der Nummer 04431/88410 erreichbar. Sofern er nicht in der Innenstadt seine Runden dreht.

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