Freiwilligenagentur stellt Lisa Fritsche vor

Wie Ehrenamtliche das Leben von Senioren lebenswerter machen

Blättern in der Heimzeitschrift des Alexanderstifts: Anke Koch (links), die sich seitens der Einrichtung um Ehrenamtliche kümmert, und Lisa Fritsche, die seit vier Jahren Senioren besucht.
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Blättern in der Heimzeitschrift des Alexanderstifts: Anke Koch (links), die sich seitens der Einrichtung um Ehrenamtliche kümmert, und Lisa Fritsche, die seit vier Jahren Senioren besucht.

Langeweile, Einsamkeit – davor fürchtet sich mancher alleinstehende Senior, wenn er in ein Altenheim umzieht beziehungsweise umziehen muss, weil es alleine einfach nicht mehr geht. Die Befürchtungen sind besonders groß, wenn die Kinder weiter weg wohnen und nicht so oft zu Besuch kommen können oder es keinen Nachwuchs gibt. Umso wichtiger sind Menschen wie Lisa Fritsche.

Die 57-jährige Wildeshauserin musste vor einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen beruflich etwas kürzer treten und ergriff die Chance, um in ihrer freien Zeit ehrenamtlich zwei ältere Damen im Alexanderstift zu begleiten. Bei den vielen Gesprächen und kleinen Ausflügen floss auch so manche Träne, aber am Ende gehe sie mit einem Lächeln wieder nach Hause und auch die Senioren seien zufriedener, sagt Fritsche, die von einem Geben und Nehmen spricht.

Vermittelt wurde der Kontakt zwischen der Wildeshauserin und der Einrichtung über die Freiwilligenagentur „mischMIT!“, die hin und wieder Ehrenamtliche in der Presse vorstellt.

Den Alltag etwas lebenswerter machen

Natürlich will Fritsche den Alltag der Senioren etwas schöner, interessanter und auch lebenswerter machen, aber bei den wöchentlichen Besuchen – so war es bis vor Corona, aber dazu kommen wir noch – wurden auch schwierige und emotionale Themen besprochen, berichtet Fritsche, die im April 2017 auf „mischMIT!“ zuging und ans Alexanderstift vermittelt wurde.

Anke Koch ist in der Senioren-Einrichtung für die Betreuung der Ehrenamtlichen zuständig. Sie nimmt diese ein Stück weit unter ihre Fittiche, steht für Fragen und bei Problemen bereit. Schnell lernte Fritsche damals zwei ältere Damen kennen, die sie besuchte. Man war auf einer Wellenlänge. Leider verstarb eine davon schon nach ein paar Wochen.

Die andere betreut die Wildeshauserin bis heute, allerdings ging es auch nicht immer aufwärts. Wie nicht anders zu erwarten, verändert sich der gesundheitliche Zustand im Alter meist zum Schlechteren. So besuchte die 57-Jährige „ihre“ Seniorin auch mal im Krankenhaus.

Bis Corona kam. Seit März 2020 durfte Fritsche nicht mehr ins Alexanderstift. „Das fehlt mir“, sagt sie. Erst seit Kurzem sind Besuche wieder möglich. Kommende Woche soll es soweit sein. Ein wenig bang ist der Ehrenamtlichen vor dem Termin, denn sie weiß ja nicht, wie es der älteren Dame seit dem vergangenen Jahr ergangen ist. „Erkennt sie mich noch?“, fragt sich Fritsche.

Wenn es mal schwierige Gespräche gab, dann belaste sie das schon, sagt die Wildeshauserin. So etwas schüttele sie nicht einfach ab, sondern rede darüber mit ihrer Familie und Freunden. „Manches verarbeitet man auch nachts, aber am nächsten Morgen ist es dann auch gut.“

Begleitung durch die Einrichtung

Wie auch immer sich diese Betreuung entwickelt, Anke Koch wird Fritsche ihr Ohr leihen. „Die Ehrenamtlichen haben einen ganz hohen Stellenwert im Alexanderstift“, sagt sie. Viele Angebote für die Bewohner seien ohne deren Einsatz gar nicht möglich. „Und dass die Freiwilligen seit März 2020 nicht mehr kommen dürfen, merken wir tüchtig.“

Die Funktion von Koch, die 40 bis 50 Ehrenamtliche in der Senioreneinrichtung koordiniert, sei sehr wichtig, unterstreicht Thorben Kienert von der Freiwilligenagentur. Denn die Organisationen oder Vereine, in denen sich Menschen engagieren wollen, müssten sich auch dementsprechend präsentieren. Nur so sei es möglich, dass alle Parteien etwas von dem freiwilligen Einsatz hätten.

Kontakt:

Im Alexanderstift, aber auch in zahlreichen anderen Einrichtungen in Wildeshausen und umzu werden immer wieder Ehrenamtliche gesucht. Wer sich unverbindlich beraten lassen möchte, kann sich an die Freiwilligenagentur „mischMIT!“ wenden, die unter Telefon 04431/7483475 und per E-Mail an info@mischmit.org erreichbar ist.

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