Behörde des Landkreises Oldenburg beteiligt sich an Imagekampagne

Wie arbeitet das Jugendamt?

Martin Ahlrichs
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Martin Ahlrichs, Leiter des Kreis-Jugendamts

Landkreis – Sie unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien: Jugendämter. Doch was sind eigentlich genau deren Aufgaben? Um darüber aufzuklären, wurden die bundesweiten Aktionswochen „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt“ 2011 ins Leben gerufen (siehe Infokasten). Das Jugendamt des Landkreises Oldenburg beteiligt sich in diesem Jahr ebenfalls daran. Sie starteten am Dienstag und dauern bis zum 20. Mai.

Martin Ahlrichs, Leiter des Kreis-Jugendamts und Beate Pollak, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen und Kinderschutz, informierten am Mittwochnachmittag über die Aufgaben des Jugendamtes. „Man reduziert uns immer sehr auf den Kinderschutz. Der ist natürlich sehr wichtig, aber wir machen auch viele andere Dinge“, sagte Ahlrichs.

Das Jugendamt beteiligt sich in Form von Infobriefen an der Imagekampagne, um darüber zu informieren, „wer wir sind und was wir machen“, erklärte Pollak. „Unser Jugendamt in Zahlen“, lautet die Überschrift des ersten Schreibens, in dem die Behörde in fünf Minuten vorgestellt wird. „Es geht um Sachen wie: Wie viele Mitarbeiter haben wir, wie alt sind sie, und es gibt Aussagen von Kollegen, wieso sie gerne im Jugendamt arbeiten“, erklärte Pollak.

In den vier Wochen – so lange die Aktion dauert – soll einmal die Woche ein solcher Brief an alle Kooperationspartner, Eltern oder interessierte Bürger verschickt werden. Den ersten erhalten sie am Montag, so Pollak.

Jugendamt verschickt Infobriefe

Ahlrichs berichtete, dass das Jugendamt viel mit anderen Kooperationspartnern zusammenarbeite. Insbesondere in der Coronazeit sei es wichtig, dass „Familien trotz allem Angebote bekommen und den Austausch mit anderen haben. Köpfe muss man immer zusammenstecken, alleine kann man das nicht hinkriegen“, so der Jugendamtsleiter. Sowohl für das Café Kinderwagen als auch für das Café Bobbycar gebe es Online-Angebote, damit Eltern sich weiterhin austauschen können, informierte Pollak.

Ist der Zulauf zum Jugendamt größer geworden? „Vom 1. April 2019 bis zum 31. März hatten wir mit 2 933 Familien zu tun, vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2021 mit 2 776 Familien“, nannte Ahlrichs ein paar Zahlen. Davon waren 1 255 in Beratungen (316 davon Trennungs- und Scheidungsberatungen), 498 Familien haben ambulante Hilfen in Anspruch genommen, es gab 218 Kinderschutzfälle, davon 50 Inobhutnahmen. „Den Rückgang der Fallzahlen erklären wir uns damit, dass es weniger Kontakte der Familien mit Schulen und Kitas gibt“, so Ahlrichs auf Nachfrage. Diese Einrichtungen seien wichtige Kooperationspartner, „die sozusagen Brücken zu uns ins Jugendamt bauen, und zwar auch schon weit bevor wir über Kinderschutz nachdenken. Sie vermitteln schon dann an uns, wenn sie einen normalen Hilfebedarf sehen.“

Es gebe derzeit nicht mehr Mitteilungen über gefährdete Kinder. „Es gab aber eine Verschiebung, von wo wir die Mitteilungen bekommen“, informierte der Jugendamtsleiter. Die Hinweise kämen aktuell vermehrt von der Polizei. „Wenn die Polizei kommt, hat es schon richtig gekracht. Es ist aber nicht unmittelbar so, dass das Kind Gewalt erfahren hat, sondern vielleicht ein Elternteil. Aber für das Kind ist es auch extrem belastend, wenn Eltern sich Gewalt antun.“

Infobrief
Interessierte Bürger können per E-Mail an fruehe-hilfen@oldenburg-kreis.de nach einem Infobrief fragen.  

Aktionswochen 

Auf der offiziellen Homepage zur Aktionswoche heißt es: „Deutschlandweit arbeiten rund 600 Jugendämter und ihre Mitarbeitenden daran, das Leben von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien besser zu machen. ,Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.‘ richtet sich an alle, die privat oder beruflich mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu tun haben.“ 


 

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