Musikkorps pocht auf kulturelle Nutzung und fordert Sanierung ein

„Widukindhalle unverzichtbar“

Muss als Ort für Kulturveranstaltungen erhalten bleiben: Das fordert das Musikkorps Wittekind für die Widukindhalle in Wildeshausen ein.
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Muss als Ort für Kulturveranstaltungen erhalten bleiben: Das fordert das Musikkorps Wittekind für die Widukindhalle in Wildeshausen ein.

Wildeshausen – Das Musikkorps Wittekind fordert in einer Pressemitteilung, dass die sanierungsbedürftige Widukindhalle in Wildeshausen weiter als Mehrzweckhalle genutzt werden darf. Sie sei „unverzichtbar“. Dazu wären jedoch Investitionen erforderlich, und der Landkreis Oldenburg hatte die Stadt um einen Beitrag in Höhe von 450 000 Euro im Ausgleich für die Nutzungserlaubnis gebeten. Doch dazu mochte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur nicht durchringen und empfahl stattdessen, das Gespräch mit dem Kreis über eine Verschiebung der Zahlungszusage und eine alternative Finanzierung zu suchen (wir berichteten).

Geplant ist die Sanierung für 2020. Der Kreis bittet um eine Kostenübernahmeerklärung bis zum 30. Juni 2021. Sollte die nicht erfolgen, würde das 1985/86 errichtete Gebäude so saniert, dass sie als reine Sporthalle weiter genutzt werden würde.

„Mit großer Enttäuschung mussten wir der Presse entnehmen, dass die Stadt Wildeshausen die Nutzung der Widukindhalle als Mehrzweckhalle aufgeben will. Bei allem Verständnis für die angespannte Haushaltssituation der Stadt kann es aber nicht sein, dass eine so wichtige Einrichtung für Veranstaltungen wegfallen soll“, heißt es vom Musikkorps zur aktuellen Debatte.

Der Vorsitzende Uwe Leinemann stellt in der Mitteilung klar, dass in der Halle nicht nur Partys gefeiert würden. Sollte das Gebäude künftig nur noch dem Sport dienen, seien „größere Kulturveranstaltungen der Vereine, aber auch auswärtiger Veranstalter in der Kreisstadt unmöglich“. Dass grundsätzlich investiert werden muss, steht für ihn außer Frage. „Da die Halle und die Einrichtung schon seit Jahren in einem desolaten Zustand sind, muss auch jetzt schon potenziellen Veranstaltern von Musicals, Konzerten und Theateraufführungen eine Absage erteilt werden, oder die Veranstalter selbst lehnen dies wegen der schlechten Bedingungen ab.“

Beim Blick in die Nachbarkreise beobachtet Leinemann, dass Wildeshausen in seinen Augen hinterherhinkt. Dort sei häufig ein vielfältigeres Angebot zu finden. Und die Möglichkeiten hier würden bei Aufgabe der Widukindhalle weiter schrumpfen. „Ein Armutszeugnis für eine Kreisstadt“, klagt der Vorsitzende.

Alternativen wie der Saal der Musikschule an der Burgstraße sind nach Meinung des Musikkorps für viele Veranstaltungen einfach zu klein. Auch die Bühne entspreche nicht den Anforderungen.

„Die beste Lösung wäre tatsächlich eine eigene Kultureinrichtung ohne Mehrzwecknutzung, wie sie viele sogar kleinere Nachbarstädte wie Syke und Diepholz bieten. Es fehlt uns aber der Glaube, dass dies in absehbarer Zeit verwirklicht werden kann“, meint Leinemann. Deshalb sei es gerade wegen der Finanzschwäche der Stadt wohl die einzige Lösung, doch noch den Vertrag mit dem Landkreis zu verlängern und einen Beitrag zur Sanierung der Widukindhalle zu leisten.

Da der Ausschuss dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht gefolgt ist, hoffen Leinemann und seine Mitstreiter nun, dass weitere Gespräche mit der Kreisverwaltung doch noch zu einem Erfolg führen. „Alles andere wäre eine Geringschätzung der ehrenamtlichen Arbeit der Kulturschaffenden in unserer Stadt.“

Wegen der großen Bedeutung der Halle, auch für die ehrenamtlich tätigen Vereine, hatte das Musikkorps im Vorfeld der Ausschusssitzungen des Stadtrates alle Fraktionen angeschrieben, heißt es in Leinemanns Mitteilung. „Wie gering anscheinend der Stellenwert der Kultur gesehen wird, lässt sich an den Reaktionen erkennen: Lediglich die SPD und die CDW haben sich gemeldet“, ärgert sich der Vorsitzende.  bor

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