UWG ist gegen die Pläne und die FDP hat Vorbehalte

Widerstand gegen Wildeshausen-West

Direkt an der Autobahnauffahrt Wildeshausen-West könnte, so wie hier auf dem Foto der Stadtpräsentation, ein Industriegebiet entwickelt werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Noch liegen die konkreten Zahlen für ein Industriegebiet Wildeshausen-West nicht vor, da gibt es einigen Widerstand oder zumindest Bedenken aus den Ratsfraktionen von UWG und FDP gegen die Pläne.

Die UWG kritisiert, dass seit der vergangenen Woche der Vorrang für ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet gemeinsam mit Dötlingen und Harpstedt in Hockensberg zugunsten des „eigenen Projekts“ aufgegeben wird. „Um die hierfür erforderlichen Investitionen aufbringen zu können, werden unter anderem der schon seit 2015 geplante Ausbau der Wallschule aufgegeben und in den Haushaltsplan eingestellte Mittel zum Straßenbau und zum Ankauf der voraussichtlich 2017/18 frei werdenden Polizeigebäude an der Herrlichkeit wieder herausgestrichen“, kritisiert Fraktionsvorsitzender Rainer Kolloge. 

„Die Planungen für das Industriegebiet Wildeshausen-West dienen allein den wirtschaftlichen Interessen einzelner Personen. Und dafür müssen dann beispielsweise die Schüler der Wallschule auf notwendige Unterrichtsräume verzichten“, ergänzt UWG-Ratsherr Thomas Johannes.

Nach Meinung von Kolloge bedeutet das Industriegebiet eine „umweltpolitische Katastrophe und ein finanzpolitisches Lotteriespiel“. „Es sollen immer noch mehr als 30 Hektar Wald gefällt werden, obwohl wir die benötigten Industrieflächen auch in Zusammenarbeit mit Dötlingen schaffen könnten.“ Dabei sei das wirtschaftliche Risiko von Wildeshausen-West selbst nach den „erstaunlich optimistischen Berechnungen der Stadt“ mit über 16 Millionen Euro tatsächlich acht Mal so hoch wie das Risiko der Stadt bei dem interkommunalen Handeln in Hockensberg.

„Keine Nachfrage"

„Ob wir von den investierten Steuergeldern jemals etwas wiedersehen, ist dabei völlig offen, denn es gibt offenkundig keine ernsthafte größere Nachfrage nach Industrieflächen in Wildeshausen, und zudem stehen wir bei der Vermarktung der Flächen im Wettbewerb mit zahlreichen unmittelbaren Nachbargemeinden, unter anderem mit Visbek und Ahlhorn“, so Kolloge. Die UWG spreche sich daher klar für das bislang favorisierte interkommunale Industriegebiet in Hockensberg aus.

Auch die FDP hält es für „sehr leichtsinnig“, sich angesichts des „hohen finanziellen Risikos für die Stadt“ auf das geplante Industriegebiet West zu fixieren.

„Die Stadt begibt sich in die Abhängigkeit eines Unternehmers und der Zeit. Bestimmte Faktoren der ganzen Planung geben einen engen Zeitplan vor, der angesichts der vielen Variablen nur schwer zu halten ist“, so Fraktionsvorsitzender Marko Bahr. „Hier sollte eventuell nur eine Überplanung des Gebietes erfolgen und Kosten sowie Risiko den Investoren überlassen werden. Parallel dazu muss aber weiterhin nach geeigneten Industrie- und Gewerbeflächen gesucht werden.“

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