Interessengemeinschaft übergibt 420 Unterschriften an Bürgermeister

Widerstand gegen Waldverlust

Übergabe von 420 Unterschriften: Der achtjährige Caspar Flohr übergab die Listen an Bürgermeister Jens Kuraschinski. Foto: dr

Wildeshausen – Der achtjährige Caspar Flohr brachte es am Mittwochvormittag im Büro des Wildeshauser Bürgermeisters Jens Kuraschinski auf den Punkt: „Ich möchte, dass der Wald stehen bleibt. Das ist für uns Kinder wichtig.“

Gemeint ist der Wald auf dem Gelände der Diakonie Himmelsthür, für das es bislang nur einen Flächennutzungsplan gibt, der ausschließlich gesundheitlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen vorsieht. Angesichts der Pläne der Diakonie, am Ende des Zuschlagsweges drei Gebäude auf einem Waldgrundstück zu errichten, hatte sich jedoch am 7. März die Interessengemeinschaft „Naherholungsgebiet Himmelsthür“ gegründet. Mehrere Vertreter der Gruppe übergaben Kuraschinski 420 Unterschriften für den Erhalt des Baumbestandes auf dem Diakoniegelände. „Es werden weitere folgen“, kündigte Uta Barth an. „Der Klimawandel ist nämlich auch in Wildeshausen angekommen.“ Zudem würden die Anwohner am Zuschlagsweg schon jetzt feststellen, dass der „Kahlschlag“ auf einem großen Baugrundstück die Tiere in Richtung Diakonie vertreibe.

„Wir müssen die grüne Lunge Wildeshausens erhalten“, betonte auch Jutta Flohr. Deshalb sei es vordringliches Ziel, das Bauvorhaben der Diakonie abzulehnen, denn dafür müssten einige Bäume gefällt werden.

„Warum nutzt die Einrichtung nicht die vorhandenen Freiflächen für die Neubauten?“, fragten die Mitglieder der Initiative.

„Wir setzen uns für eine behutsame Nachnutzung des Himmelsthürgeländes ein, sodass der einzigartige Charakter dieses wohl schönsten Stadtteils erhalten bleibt“, sagte Barth. „Wir haben gute Ideen, was man dort Sinnvolles machen kann. Es muss eine Fläche geben, auf der sich die Bürger regenerieren können. Wir können in Wildeshausen nicht immer weiter bauen.“

Kuraschinski sicherte der Interessengemeinschaft zu, das Anliegen der Bürger in die politischen Gremien zu tragen. „Ich kann die Interessen der Diakonie nachvollziehen“, berichtete er. „Aber wir als Stadt müssen genau abwägen, was wir dort wollen.“ Von daher müsse man sich fragen, ob es klug sei, schon vorher einen Einzelfall zu behandeln, wenn doch Perspektiven für das gesamte Gebiet entwickelt werden sollen. „Der Antrag der Diakonie auf Änderung des Bebauungsplanes wird am 25. April ab 17.30 Uhr im Stadtentwicklungsausschuss und anschließend im Bauausschuss öffentlich behandelt“, kündigte Kuraschinski an. Die endgültige Entscheidung falle dann voraussichtlich im Verwaltungsausschuss.

„Die Gemeinden werden sich darauf einstellen müssen, dass sie verstärkt Druck von den Bürgern bekommen“, betonte Wolfgang Pohl vom Naturschutzbund Dötlingen-Wildeshausen. Der Verband unterstütze die Bürger in jedem Fall in ihrem Anliegen, die Waldflächen zu erhalten.

Die Anwohner sicherten ihr Kommen zu den Sitzungen zu: „Wir wollen an der Gestaltung unserer Umgebung durch die Stadt und die Himmelsthür mitwirken und erwarten eine größtmögliche Offenheit aller Beteiligten sowie Informationen über die Planung“, heißt es in einer Mitteilung.  dr

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